1957 · Transistor Curve Tracer · Werk 831 von 1.871
A measuring instrument in the test laboratory of a semiconductor factory, a tall cabinet with a light grey-blue front of plain smooth panels standing on a steel table and turned at a steep slant, in its upper left a round screen thirteen centimetres across glowing with a family of green curves stacked one above another, beside it two large black knobs, at its foot a protruding test drawer with two rows of sockets holding a single small transistor in a metal cap, a hand in a white coat sleeve holding the next one in tweezers, shallow wooden trays with sorted transistors in three heaps, fluorescent light from above.
Wofür es benutzt wurde
Der Tektronix Type 575 schrieb Kennlinienfelder von Halbleitern auf einen Bildschirm: Strom gegen Spannung, in Stufen des Basisstroms. Gut-Schlecht-Prüfungen waren damit möglich, und nach einem Fachartikel über den Gebrauch des Geräts ließ sich oft auch die Fehlerart erkennen - ein offenes Bauteil als waagerechte Linie bei Strom Null, ein kurzgeschlossenes als nahezu senkrechte Kurven bei fast Spannung Null, eine schräge Gerade als Hinweis auf einen Widerstandsfehler. Ebenso ließ sich der kleinste Kollektorstrom ablesen, bei dem die Stromverstärkung noch ausreicht. Der Kollektor-Sweep reichte bis 200 Volt bei 1 Ampere oder bis 20 Volt bei 20 Ampere, also 400 Watt Prüfleistung; die senkrechte Ablenkung ging von 0,01 Milliampere je Teilung bis 1 Ampere je Teilung in 16 Stufen. Das Gerät wog etwa 30 Kilogramm.
Was daran neu war
Das Verfahren selbst war aus der Röhrenmesstechnik übernommen: Tekwiki führt den Type 570 von 1955 als ersten Kennlinienschreiber von Tektronix, einen Röhrenmessplatz, der die Anodenspannung von Null bis zu einem wählbaren Höchstwert durchfuhr und dabei das Steuergitter in Stufen schaltete. Der 575 von März 1957 setzte dasselbe auf Transistoren um, mit Basisstromstufen statt Gitterspannungsstufen und Kollektorströmen bis in den Amperebereich; er konnte zudem wahlweise die Basisspannung senkrecht darstellen. Der Katalogpreis von 1959 lag bei 975 Dollar, der des Röhrengeräts bei 995 Dollar. Das Gerät fand eine zweite Laufbahn: Ein Fachartikel von Dennis Feucht empfiehlt den längst abgekündigten 575 als billiges Gebrauchtgerät für Leistungshalbleiter - Darlingtons, Dioden, MOSFETs, IGBTs -, obwohl er für bipolare Transistoren entworfen war.
Was die Quellen offenlassen: Für diese zweite Laufbahn reichte der Stufengeber nicht mehr: Er war auf 12 Stufen und höchstens 0,2 Volt je Stufe begrenzt, zu wenig für die meisten FETs; behelfsmäßig kam ein Widerstand zwischen Basis- und Emitterklemme, und bei 2 Volt je Stufe erschienen dann meist drei oder vier Kurven. Milliampere je Basisstufe, Stückzahlen und ein namentlich benannter Anwenderbetrieb sind nicht belegt; die Tektronix-Katalogseite von 1957 war nicht abrufbar. Der Artikel von Feucht ist undatiert.