The Nagra

1958 · Portable Transistor Tape Recorder · Werk 835 von 1.871

A portable tape recorder standing on the cobbles of a village street in France on a film shoot in summer, a flat rectangular case of brushed silver aluminium thirty-six by thirty-eight centimetres under a translucent amber plastic lid through which two pale reels show, a narrow front strip of plain brushed aluminium turned at a slant with a small round meter and three black knobs, a headphone cable leading to a sound man seen from behind in a light shirt with headphones raising a pole with a microphone, a light brown leather bag lying open beside the case, afternoon sun from the left, long shadows.

Wofür es benutzt wurde
Der Nagra III aus Stefan Kudelskis Werkstatt bei Lausanne war ein tragbares Tonbandgerät für Filmton und Reportage: 7 kg schwer, 360 × 380 × 135 mm, Betrieb aus zwölf handelsüblichen Monozellen, Aussteuerung über einen Spitzenwertzeiger, den Kudelski "Modulometer" nannte. Die Verstärker steckten als gekapselte Transistormodule in Metallgehäusen. 1958 entstanden 240 Geräte; 1959 bestellte die RAI 100 Stück für die Olympischen Spiele in Rom; 1967 wurde das zehntausendste gefeiert. Das Science Museum beschreibt es als "usually used for film sound recording and sound gathering" und führt ein Gerät in der Sammlung der BBC.
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Antrieb: an die Stelle des Federwerks der Vorgänger trat ein servogeregelter Gleichstrommotor, und die Röhrenverstärker wichen Transistormodulen. Damit lief das Gerät ohne Netz und ohne Aufziehen. Die Synchronisierung selbst kam nach: die ersten Nagra III mit dem Pilotton-Verfahren "Neopilot" wurden erst 1962 ausgeliefert, 4 Jahre nach der Einführung. Dann hielt dieses Verfahren lange: Neopilot blieb nach Darstellung des Science Museum der Standard für die Synchronisierung von Ton und Bild, bis es Ende der 1980er Jahre durch Timecode ersetzt wurde.

Was die Quellen offenlassen: Maße, Gewicht, Modulometer und Neopilot vom Science Museum Group, das das Gerät auf 1958-1969 datiert und über 10.000 verkaufte Stück nennt. Die Jahreszahlen 240 Geräte 1958, 100 für die RAI 1959 und das zehntausendste 1967 stehen nur im Magazin der Tontechniker Local 695. Eine Transistorzahl nennt keine der beiden Quellen.

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