1960 · Tuning-Fork Electronic Watch · Werk 838 von 1.871
A wristwatch on the green felt of a watchmaker's bench in New York in winter, a round stainless steel case thirty-five millimetres across on a black leather strap, its dial open to the movement, in the upper half two tiny orange-red coils side by side with the silvery tines of a tuning fork between them, below them turquoise-green and silver plates and a small wheel, slim silver hands, a hand in a white coat sleeve lifting the watch toward the ear of a head soft at the edge of the frame, another hand holding a watchmaker's loupe, an open parts tray, tweezers, a work lamp with a green shade from the upper left.
Wofür es benutzt wurde
Die Bulova Accutron war eine Armbanduhr, deren Gangordner keine Unruh war, sondern eine elektrisch angetriebene Stimmgabel mit 360 Hz. Ein Transistor hielt die Gabel in Schwingung, ihre Bewegung wurde auf ein Indexrad mit 300 Zähnen übertragen, das das Räderwerk antrieb. Das Werk 214 maß 28,7 mm im Durchmesser und 5,5 mm in der Höhe. Die Uhr war auf 2 Sekunden Abweichung am Tag oder 1 Minute im Monat ausgelegt. Vorgestellt wurde sie auf einer Pressekonferenz am 25. Oktober 1960; über 400.000 Stück entstanden bis 1968, das Werk 214 wird mit den Baujahren 1960 bis 1969 geführt.
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Ersatz des mechanischen Gangordners durch ein schwingendes Metall mit fester Frequenz: 360 Hz statt des Takts einer Unruh, hörbar als Summen und nicht als Ticken. Max Hetzel, 1950 bei Bulova eingetreten, hielt in einem Bericht von 1952 den Transistor für das entscheidende Bauteil und bekam 1953 einen Raytheon CK 722, einen Transistor mit kleinem Ruhestrom; das schweizerische Patent Nr. 312290 wurde am 19. Juni 1953 eingetragen. Zwischen Patenteintragung und Serienfertigung ab November 1960 lagen 7 Jahre. Der Transistor war zunächst ein Germanium-PNP-Typ und wurde später durch einen Silizium-NPN-Typ ersetzt.
Was die Quellen offenlassen: 360 Hz, 300 Zähne, Maße, Pressekonferenz am 25.10.1960, über 400.000 Stück bis 1968 und die Baujahre 1960-1969 von Grail Watch Reference; Hetzel, Patentnummer, CK 722 und die Gangangabe von der Clinique Horlogère. Letztere widerspricht sich beim Einführungsjahr selbst (Vorstellung beim Publikum 1961, an anderer Stelle 1960) und nennt 27,80 statt 28,7 mm Durchmesser. Eine Museumsquelle war nicht erreichbar; die Klinkenmechanik beschreibt keine der Quellen.