A hearing room in the new custom house at Bowling Green in New York on a November day, daylight from tall windows and electric lamps, a government lawyer standing at a large wall map covered with plain coloured areas, the map soft in focus at a flat angle, pointing at it with a cane, a slim elderly man seated with his back to the camera at a long table in a dark suit and high white stiff collar, a bowler hat on the table beside him, his head turned slightly toward his lawyers so that only the edge of his cheek and ear show, at the head of the table an examiner and a stenographer writing, a lawyer half rising behind him, through the window the granite front of a nine-storey office building across a small park.
Wer
John D. Rockefeller (1839–1937) baute mit der Standard Oil den ersten großen Ölkonzern der Welt auf und galt als reichster Mann seiner Zeit. Geboren auf einer Farm in Richford im Staat New York, wuchs er in Ohio auf und gründete 1870 mit seinem Bruder William, Henry Flagler und anderen die Standard Oil Company. 1882 wurden alle ihre Firmen in einem Trust zusammengefasst, einem der ersten großen Konzerne der USA; in den 1890er Jahren kontrollierte er geschätzt drei Viertel des amerikanischen Ölgeschäfts. Der Erfolg beruhte auf straffer Organisation, aber auch auf geheimen Frachtrabatten der Eisenbahnen, mit denen Konkurrenten aus dem Markt gedrängt wurden. Die Journalistin Ida Tarbell machte das ab 1902 öffentlich; Rockefeller räumte Rabatte vor 1880 ein, nannte sie aber üblich. Aus der Leitung zog er sich Mitte der 1890er Jahre zurück, Präsident blieb er bis 1911. Er wurde einer der ersten großen Stifter der USA und gab insgesamt 540 Millionen Dollar, unter anderem für die University of Chicago, das Rockefeller-Institut für medizinische Forschung (1901) und die Rockefeller Foundation (1913).
Der Moment
Im November 1908 sagte Rockefeller als Zeuge der Verteidigung aus. Die Regierung der Vereinigten Staaten klagte seit dem 15. November 1906 auf Auflösung der Standard Oil; die Beweise nahm der Referee Franklin Ferriss im Zollhaus von New York auf. Am 18. November 1908 erzählte der 69-Jährige dort gut zwei Stunden lang, gelassen und freundlich, wie er 1862 mit 4.000 Dollar angefangen hatte; der Raum war voller Reporter und Zuschauer. Ab dem 20. November nahm ihn Frank B. Kellogg, der Anwalt der Regierung, ins Kreuzverhör. Kellogg arbeitete mit Landkarten, die zeigen sollten, wie die Standard-Firmen ihre Verkaufsgebiete aufteilten. Auf die Frage, ob die Standard Oil of Ohio ein begrenztes Gebiet habe, sagte Rockefeller: „It has not.“ Und in den letzten fünf Jahren? „Not to my knowledge. Its field is the world.“ Ihr Auftrag sei es, die Welt mit dem Billigsten und Besten zu erleuchten.
Die Kehrseite
Die Maschinen, um die es ging, waren nicht im Raum: Raffinerien, Pipelines, Lagertanks, Tausende Tankwagen. Im Raum hingen Karten, und der Mann, dessen Firma die ganze Welt als Feld beanspruchte, berief sich auf Gedächtnislücken. Am 15. Mai 1911 ordnete der Supreme Court an, den Konzern binnen sechs Monaten aufzulösen. Rockefeller hielt damals 244.500 von 983.383 Aktien. Überliefert ist, dass er die Nachricht beim Golf erhielt und einem Priester, der mit ihm spielte, riet: „Buy Standard Oil.“
Was die Quellen offenlassen: Der Wortwechsel über die Welt steht bei Ron Chernow, eingesehen nur in einer inoffiziellen Online-Kopie, nicht in der Druckausgabe; im Morning Oregonian vom 19. bis 26.11.1908 findet er sich nicht; an welchem Tag er fiel, ist nicht sicher. Der Raum ist nicht beschrieben und im Bild typisiert, ebenso die Karten, deren Beschriftung unbekannt ist. Zeitungen melden viele Zuschauer; das Bild zeigt nur den engeren Kreis. Der Blick auf 26 Broadway ist eine Setzung. Die Golfszene stützt sich allein auf Chernow.