The Ultra-Clean Room

1960 · Laminar Flow Clean Room · Werk 845 von 1.871

A steel workbench in a workshop in Albuquerque in winter, dry desert light falling through a tall window in a sharp shaft with fine drifting dust, on the bench a closed bound notebook with a plain dark green cloth cover lying flat, its cover smooth and unmarked, a ballpoint pen on top, a hand in a light shirt sleeve resting on the closed book, beyond the bench the open doorway of a small new room with bare stainless steel walls, its far wall a grid of pale filter panels glowing softly, inside it the air perfectly clear against the dusty light outside.

Wofür es benutzt wurde
Der Reinraum mit gleichgerichteter (laminarer) Luftströmung entstand bei Sandia: Die dort gebauten Kernwaffenbauteile, vor allem mechanische Schaltteile, wurden immer kleiner; ab 1959 verhinderten Staubkörner die geforderte Güte, und Willis Whitfields Gruppe bekam den Auftrag, das zu ändern. Ende 1960 lagen die ersten Zeichnungen für einen Raum von 10 mal 6 Fuß vor. Die Luft strömte gleichmäßig durch Filter, die 99,97 Prozent der Teilchen über 0,3 Mikrometer zurückhielten, etwa 10 Mal in der Minute und mit etwas über 1 Meile in der Stunde - für die Arbeitenden kaum zu spüren. Im Arbeitsbereich wurden im Mittel 750 Teilchen je Kubikfuß ab einem Drittel Mikrometer gezählt; einer der besten herkömmlichen Reinräume kam auf über 1 Million. Seinen ersten Vortrag über den damals so genannten "ultra-cleanroom" hielt Whitfield 1962 in Chicago.
Was daran neu war
Kennzeichnend war die Richtung der Luft. In herkömmlichen Reinräumen war die Strömung turbulent; Whitfields Raum schob die Luft als gleichmäßige Strömung durch den Arbeitsbereich und trug Teilchen hinaus, statt sie umzurühren. Nach Sandias Darstellung war das Ergebnis mehr als 1.000 Mal reiner. Gerade die Zahl war das Problem: etwa 1 Jahr nach dem Vortrag von 1962 warfen Hersteller bei einem Vortrag in Boston Whitfield nach Darstellung der Sandia-Historikerin Rebecca Ullrich vor, einen Schwindel zu betreiben. Die Wende kam von außen: Whitfields Sohn Jim berichtet, ein Kollege von Bell Labs habe gesagt, Whitfields Zahlen seien "10 times too conservative". Binnen weniger Jahre entstanden laut Sandia Reinräume dieser Bauart im Wert von 50 Milliarden Dollar.

Was die Quellen offenlassen: Alle Zahlen aus der Mitteilung des Betreibers Sandia National Laboratories zum fünfzigsten Jahrestag. Ein Bau- oder Inbetriebnahmedatum des ersten Raums nennt sie nicht, nur die Zeichnungen von Ende 1960 und den Vortrag von 1962. Preis je Raum, Geldgeber und die Grundlage der 50 Milliarden Dollar stehen dort nicht.

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