The DTL Flat Pack

1964 · DTL Flat-Pack Logic · Werk 851 von 1.871

A receiving bench in an avionics workshop in California, on a pale grey table under a magnifier lamp a clear plastic box lying open on a bed of black grainy foam, inside it five small cream-white plastic carriers two centimetres long with notches and square cut-outs, in each carrier a tiny grey square package with seven thin gold ribbons running out to each side in parallel grooves, the lids of four packages open to show a small chip ringed by very fine bond wires, tweezers in a hand in a white shirt sleeve lifting a sixth loose package by its ribbons, its plain grey underside toward the lens, cool fluorescent light.

Wofür es benutzt wurde
Integrierte Dioden-Transistor-Logik war nach Darstellung des Computer History Museum die erste Hochvolumen-Produktlinie der IC-Industrie. Das Flachgehäuse war zum Löten oder Schweißen auf flache Platinen gedacht, nicht zum Stecken: Texas Instruments gibt im Katalog 1967/68 vergoldete Anschlüsse an, die in gelöteten oder geschweißten Baugruppen ohne weitere Reinigung verarbeitet werden, bei 14 Anschlüssen und 0,175 Zoll Beinlänge. Für ein Prüfprogramm der NASA (Vertrag NAS 5-9639, Grumman für Goddard) wurden in einem zehnmonatigen Programm (Bericht April 1967) Signetics-SE-DTL und Fairchild-DTµL mit je 5 Stück pro Typ ausgesiebt; TO-5-Dosen machten nur 5 % des Prüflots aus, der Rest waren Flachgehäuse.
Was daran neu war
Gegenüber der Widerstands-Transistor-Logik hob DTL die Beschränkung der Eingangszahl auf, ließ aber das Geschwindigkeitsproblem bestehen; so stellt es das Halbleitermuseum Japan dar. Der Vorläufer war nicht integriert: im IBM 1409 von 1959 bestand die Stufe aus einzelner Diode und einzelnem Transistor. Zwei Hersteller erheben verschieden geschnittene Erstansprüche - Signetics für die SE-100-Serie die erste Umsetzung von DTL als integrierter Schaltung, angekündigt im März 1962 auf der IEEE-Show, Fairchild für DTµL die erste ausdrücklich für IC-Technik entworfene DTL-Schaltung. Zeitlich lag Signetics vorn; nach dem Halbleitermuseum Japan brachte Fairchild die 930-Serie erst danach heraus. Nach dem Computer History Museum überholte sie die SE100 1964 mit besserer Störfestigkeit und niedrigerem Preis, und ein Vertriebsmann von Fairchild berichtet im Oral-History-Panel des Museums, Chuck Harwood habe ihm später gesagt, die tiefe Preissenkung habe Signetics beinahe versenkt.

Was die Quellen offenlassen: Ein ziviler Abnehmer für DTL-Flachgehäuse 1964 ist nicht belegt; alle gefundenen Belege nennen Militär, Raumfahrt und Rechnerbau. Stückzahlen und Stückpreise fehlen. Die Daten der Signetics-SE-100-Serie stehen nur in der Firmenchronologie eines Beteiligten; ein Datenblatt dieser Serie war nicht auffindbar. Die Zahlenwerte stammen deshalb von Texas Instruments und Fairchild.

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