The TTL Gate

1964 · Transistor-Transistor Logic · Werk 852 von 1.871

A small logic card on a grey steel test bench in a computer works in Massachusetts, an almost square circuit card of reddish-brown laminate seven centimetres across with fine copper tracks, on it five tiny flat rectangular packages of plain smooth unmarked gold, three in the upper row and two below, each with thin flat ribbon leads to left and right, along the top edge a plain black connector bar, along the bottom edge a row of gilded contact fingers, a hand in a white shirt sleeve sliding the card into a grey metal card cage of further cards, an oscilloscope with a dark round screen soft behind, fluorescent light from above.

Wofür es benutzt wurde
Die erste praktische Anwendung von TTL war der Rechner einer Rakete: das sogenannte Phoenix-Gate für die Guidance & Control Division von Litton Industries in Woodland Hills, die als Unterauftragnehmer von Hughes Aircraft an der Phoenix-Rakete arbeitete. Litton zahlte im Januar 1963 300 Dollar je Baustein. Thomas A. Longo, der Entwickler bei Sylvania, sagt dazu im Interview des Computer History Museum, die Käufer seien damals überwiegend Militär gewesen und die Schaltung sei in alle militärischen Systeme hineinentworfen worden. Sylvanias Datenbuch von Mai 1966 wirbt dann um die Rechnerindustrie; Longo nennt 1972 die GE-600-Serie bei Honeywell Information Systems als einzigen US-Großrechner, in den Standard-SUHL hineinentworfen wurde.
Was daran neu war
Was TTL konnte und DTL nicht, sagt Sylvanias Datenbuch in einem Satz: die Eingänge bieten die logischen Eigenschaften herkömmlicher Dioden-Transistor-Logik, aber erheblich höhere Geschwindigkeit. Longo erinnert sich, ohne Widerstände und ohne Dioden gebaut zu haben, mit 7 Transistoren je Gatter; das Datenbuch nennt allerdings einen Serienwiderstand im Pull-up-Zweig jeder Schaltung. Der Vorläufer war diskret: Ruegg und Beeson beschrieben 1961 in Fairchilds Technical Paper TP-21 mehrfach zusammengeschaltete Emitter mit Einzelbauteilen. Gleichzeitig arbeitete James L. Buie bei TRW Semiconductors: sein Patent 3.283.170 wurde am 8.9.1961 angemeldet und am 1.11.1966 erteilt, mit 28 Ansprüchen. Nach dem Computer History Museum patentierte Buie die Schaltung, Longo baute ohne Kenntnis davon die erste TTL-Familie; Longos Darstellung ist die eines Wettbewerbers. Der Widerhaken: Longo gab den Schaltplan erst gegen die 300-Dollar-Bestellung heraus, Litton schrieb die Schaltung daraufhin aus, es gingen 7 Angebote ein und 4 Zuschläge heraus - danach hatten Fairchild, TI und Transitron die Schaltung auch.

Was die Quellen offenlassen: Ein belegtes Markteinführungsdatum für TIs SN5400 fehlt; die Jahreszahl 1964 stützt sich auf die Darstellung des Computer History Museum und auf Longos Erinnerung. Das Museum nennt Buie einen Mann von Pacific Semiconductor, die Patentschrift nennt TRW Semiconductors als Zessionar; das Verhältnis beider Namen konnte nicht aufgelöst werden. Fast alles Erzählerische zu SUHL stammt von Longo selbst.

Zum Weiterlesen