1970 · Dynamic Semiconductor Memory · Werk 859 von 1.871
A work table in the computer room of an electronics works in California, in the foreground a memory card of green laminate with two rows of small oblong white ceramic packages two and a half centimetres long, each with a raised plain smooth unmarked white lid and a row of short copper-brown legs along each side, beside the card a removed square frame of magnetic core memory, a dense weave of very fine copper wires threaded through thousands of tiny dark rings, a hand in a pale blue shirt sleeve laying a single white package onto the woven wires, cold fluorescent light from above, grey steel cabinets soft behind.
Wofür es benutzt wurde
Der Baustein entstand aus einer Auftragsentwicklung für Honeywell. Nach den Interviewnotizen des Computer History Museum mit Joel Karp kam Honeywells Entwicklungsleiter Bill Regitz Ende 1969 mit einer Speicherzelle aus 3 Transistoren zu Intel; das Bauteil für Honeywell hieß 1102, arbeitete schlecht, und am Ende überredete Intel Honeywell, auf das parallel entstandene 1103 umzusteigen. Intels Einführungsanzeige vom 12.10.1970 verspricht Speicher von 50.000 bis 10.000.000 Bit billiger als mit Kernen. Belegte Einbauten: Burroughs B1700 und B3700 sowie das MS11-Speicherwerk der DEC PDP-11/45, dessen Baugruppe G401 mit Bausteinen des Typs 1103 bestückt ist, 4096 Wörter mit je 18 Bit, 350 ns Zugriffszeit. Das Nachladen verlangte 32 Lesezyklen alle 2 ms.
Was daran neu war
Mit 3 Transistoren je Zelle statt 6 bei statischen Speichern trug ein Chip nach Karps Darstellung bis zu 4 mal so viele Daten - erst das machte den Halbleiterspeicher zur Alternative zum Kernspeicher, der damals von 5 auf 1 Cent je Bit fiel. Der erste dynamische Speicher war es nicht, und die Ein-Transistor-Zelle war älter und wurde hier nicht benutzt: Robert H. Dennards Patent 3.387.286 wurde am 14.7.1967 angemeldet und am 4.6.1968 erteilt, und sein erster Anspruch beansprucht eine Zelle aus einem Feldeffekt-transistor und einem kapazitiven Speicherelement. Four Phase Systems hatte nach Angabe des Computer History Museum 1969 dynamische Speicher mit 1024 und 2048 Bit. Advanced Memory Systems warb im Dezember 1970 damit, als erste einen 1024-Bit-Speicher geliefert zu haben - eine Werbeaussage, direkt gegen das 1103 gerichtet. Die Zelle wurde im Februar 1970 auf der ISSCC vorgetragen, die Produktankündigung erschien am 12.10.1970.
Was die Quellen offenlassen: Der oft zitierte Ausdruck von der Krise des 1103 steht weder beim Computer History Museum noch in den Karp-Notizen noch in Intels Jahresbericht 1971 noch in Intels Firmenchronik; er ist nicht belegt. Menge und Wert des Honeywell-Auftrags fehlen, ebenso der Umsatzanteil des Bausteins. Die Chipfläche des 1103 ist nicht belegt. Die Karp-Notizen sind Erinnerungen von 2007.