ABACUS II

1972 · Automatic Wire Bonder · Werk 864 von 1.871

An assembly hall in Sherman, Texas, an automatic wire-bonding workstation in tan, brown and ochre, a desk-high steel frame 120 centimetres wide, at its left a closed cabinet with a front of plain smooth tan metal with rows of small toggle switches and square amber lamps, on the pale desk top a small monitor showing a single thin green crosshair, at the right a bonding head under a stereo microscope with two eyepieces, a woman in a pale blue nylon smock with her hair pinned up seen from behind, both hands on two small joysticks, behind her a row of manual bonding benches with women bent over microscopes, fluorescent tubes above.

Wofür es benutzt wurde
Texas Instruments baute den automatischen Drahtbonder ABACUS II für die eigenen Werke: die ASME-Broschüre, erstellt vom Firmenarchiv, hält fest, die Werksleitung habe angeordnet, die Maschinen in Serie zu bauen und an die Montagewerke des Konzerns in aller Welt zu verteilen. Aufgabe war das Thermokompressionsbonden mit Golddraht an Leiterrahmen für 14- und 16-polige Gehäuse, zugeführt in Magazinen mit 20 Rahmenstreifen; aus jedem Streifen wurden später 10 fertige Schaltungen geschnitten. Bedienerlos war sie nicht: der Chip lag nicht genau genug, um die Kontaktfläche von 0,005 Zoll zu treffen, deshalb musste das Bedienpersonal mit 2 Steuerknüppeln durch ein 30-fach-Binokular feinausrichten und dann starten. Die ersten Standorte waren Anfang 1973 Japan und Taiwan.
Was daran neu war
Neu war nicht die Automatik, sondern ihr Preis. Die ASME-Broschüre schreibt, die ältere ABACUS-Familie habe Qualität und Durchsatz verbessert, sei aber mit 65.000 Dollar je Stück teuer im Bau und weniger zuverlässig als erwartet gewesen; Projektziel war, die Herstellkosten auf 15.000 Dollar zu drücken, erreicht wurden 15.164 Dollar in der ersten Serie von 100 Stück. Dazu trug der Steuerrechner bei: der TI960A wurde im November 1971 mit 4096 Wörtern MOS-Speicher zu 2850 Dollar angekündigt, wo der ältere TI960 mit Kernspeicher 1970 über 8000 Dollar kostete. Vorläufer im eigenen Haus waren ABACUS, ABACUS A und ABACUS B, zusammen 58 Stück. Die ASME-Plakette beansprucht den Vorrang nur eingeschränkt: die erste praktikable automatisierte Produktionsmaschine für die Montage integrierter Schaltungen. Der Widerhaken: dieser Prototyp lief 13 Jahre in der Fertigung, von Texas über Taiwan nach Brasilien, und bondete nach Schätzung der ASME über 50 Millionen Schaltungen.

Was die Quellen offenlassen: Fast alle Zahlen stammen aus einer Veröffentlichung, der ASME-Broschüre, die das Firmenarchiv von Texas Instruments 20 Jahre danach erstellt hat. Das IEEE-Wiki ETHW schreibt, ABACUS II sei 1972 am Markt gewesen; die Broschüre trägt das nicht. Electronics beschreibt am 13.3.1972 eine noch geheime TI-Bondmaschine aus deutscher Entwicklung - ob das ABACUS II ist, bleibt offen. Bildverarbeitung hatte die Maschine nicht; eine Ausbeutezahl fehlt.

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