The Rubylith

1973 · Hand-Cut Mask Film · Werk 865 von 1.871

A darkened mask-making room in a semiconductor company in Texas, a large light table glowing from beneath, on it a sheet of deep red translucent film 145 centimetres long, a plain white rectangular border strip inside its edge, within it a chip layout in bright white on dark red, the lower two thirds a dense regular field of fine vertical stripes, above and to the right irregular rectangular blocks, a hand in a pale knitted sleeve holding a slender pen-shaped cutter with a fine steel tip, the other hand with tweezers lifting a thin red strip from the clear backing, curled red scraps in a shallow glass dish.

Wofür es benutzt wurde
Rubylith, Ulanos rote Maskierfolie auf durchsichtigem Träger, wurde von Hand geschnitten und von Hand abgezogen. Die Anzeigen des Herstellers Ulano beschreiben den Gang: mit scharfer Klinge die zu maskierenden Flächen umreißen, ohne den Träger durchzuschneiden, mit der Klingenspitze eine Ecke lösen und die Folie abziehen, so dass eine Maske entsteht, die dem gewünschten Muster genau entspricht; die rote Schicht ist lichtdicht, Licht kommt nur durch die ausgeschnittenen Stellen. Belegt ist der Einsatz im Maskenlabor von General Microelectronics 1964: dort wurden Entwürfe 500-fach auf gerastertes Mylar gezeichnet, die Folie darüber an den Schienen eines Koordinatographen geschnitten und abgezogen. Für Intel zeigt eine Aufnahme des Computer History Museum von etwa 1970 Arbeiterinnen beim Schneiden, mit der Bildunterschrift, die Folie sei danach optisch verkleinert worden.
Was daran neu war
Messergeschnittene, abziehbare Schablonenfolie ist älter als die Chipindustrie: das Patent 1.781.834 von D'Autremont, angemeldet am 6.5.1929 und erteilt am 18.11.1930, beschreibt ein solches Blatt für mehrfarbige Muster, und Ulanos eigene Anmeldung zitiert es als Stand der Technik. Was Ulanos Schrift, angemeldet am 21.5.1948 und erteilt am 27.11.1951, als Mangel des Vorläufers beschreibt, ist die Maßhaltigkeit: der Papierträger dehnte und zog sich in den üblichen Formaten um bis zu 3/8 Zoll, was den genauen Passer störte, sobald mehr als eine Schablone gebraucht wurde - und der Passer über mehrere Lagen ist die Voraussetzung für Chipmasken. Dieselbe Schrift beschreibt bereits die fotografische Verwendung. Der Widerhaken: die Handarbeit wurde vom Rechner nicht sofort beendet, sie lief neben ihm weiter - Calma wurde 1964 gegründet, brachte 1971 die Graphic Data Station und 1978 GDS II, und Steven Leibson gibt die Erinnerung von Dan Clein wieder, dass Calma-Anlagen 1984 bei Motorola noch mit Buntstift auf Mylar gezeichnete Lagen digitalisierten.

Was die Quellen offenlassen: Zeitaufwand und physische Größe eines handgeschnittenen Layouts sind nicht belegt; die umlaufenden Anekdoten zum 6502 stehen nur in Sekundärquellen. Ob die Ulano-Schrift die Schrift zu Rubylith ist, ist nicht belegt: sie nennt den Markennamen nicht, und ihr Träger ist Vinylharz, während die Anzeigen Polyester nennen. Belegte Firmenbeispiele sind General Microelectronics 1964 und Intel um 1970; eine Fehlerquote handgeschnittener Masken fehlt.

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