The Glass Pyramid

1988 · East German Megabit DRAM · Werk 879 von 1.871

A panelled conference room in Berlin, on a polished dark wood table a small pyramid of clear blue glass about twelve centimetres high set out as a gift, inside it on a small base a ceramic chip two and a half centimetres long with a dark violet-brown body and a plain smooth unmarked gold lid, nine gold legs on each side, across the table and over its edge a long paper strip showing only a fine grid of grey lines, flat and soft in focus, hands in dark suit sleeves with white cuffs, one holding the end of the strip, plain glass water carafes, pale wood panelling, daylight through tall net curtains.

Wofür es benutzt wurde
Der U61000 war der 1-MBit-Speicher der DDR, entwickelt im Dresdner Forschungszentrum Mikroelektronik. Am 12. September 1988 übergaben Vertreter des VEB Carl Zeiss Jena Erich Honecker ein funktionierendes Exemplar; der Beschluss dazu war im Februar 1986 gefasst worden, mit dem Ziel, binnen drei Jahren den Weltstandard zu erreichen. Die Rekonstruktion bei richis-lab nennt für den U61000-1 eine Chipfläche von 12,8 mal 5,1 Millimetern, 2,3 Millionen Bauelemente, 1,2 Prozent Reservezellen, etwa 16 Masken und 430 Teilschritte; belichtet wurde mit dem Stepper AÜR bei 436 Nanometern und 25 Wafern je Stunde, auf 5-Zoll-Scheiben mit 90 Chips.
Was daran neu war
Technisch neu war an dem Baustein nichts, was es im Westen nicht schon gab; er war der Nachweis, dass es überhaupt ging. Kennzeichnend ist der Preis dieses Nachweises. Die Ausbeute lag in der Pilotproduktion bei 9,5 Prozent, um den Jahreswechsel 1989/90 ohne Redundanzschaltung bei 3 und mit ihr bei 10 Prozent; insgesamt entstanden nach den bei richis-lab zusammengetragenen Angaben etwa 30.000 Bausteine, nach einer Schätzung der Seite aus rund 2.500 Wafern; das HNF nennt rund 35.000 Exemplare bis 1989. Der Widerhaken: Der Weltmarktpreis eines 1-MBit-DRAM lag laut richis-lab um den Faktor 100 unter den Herstellungskosten des U61000 - und das Gehäuse des Chips musste importiert werden.

Was die Quellen offenlassen: Die Stückzahlen gehen auseinander: richis-lab nennt etwa 30.000 Bausteine insgesamt, das HNF rund 35.000 Exemplare bis zum Mauerfall; beide Angaben stehen nebeneinander. Was der Titel Glaspyramide nennt - die Fassung, in der das Muster übergeben wurde -, beschreibt keine der geöffneten Quellen; der Text nennt nur die Übergabe. Eine Strukturbreite des U61000 nennt richis-lab nicht.

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