The executive offices of a large motor car works in Highland Park near Detroit on a Monday morning in early January, flat winter daylight through tall steel-framed windows and electric ceiling lamps, a man in a dark suit standing behind a plain oak desk speaking from a single sheet of paper held low, a tight half-circle of reporters in overcoats in front of him holding their hats in their hands and short pencils over small plain notepads, their breath faintly visible in the cold room, at the far window a slim man in a dark suit standing apart with his back to the room, turned toward the glass, his face hidden, beyond the window the long banded windows of four-storey concrete factory halls and the tall chimneys of a power house under a pale grey sky, a bare wooden floor, a coat stand.
Wer
Henry Ford (1863–1947) machte das Auto zum Massenprodukt. Geboren auf der Farm seiner Familie bei Dearborn in Michigan, gründete er am 16. Juni 1903 die Ford Motor Company. Ab Oktober 1908 baute sie das Model T, bis 1927 rund 15 Millionen Stück. Ford brachte das bewegte Fließband in die Autoproduktion; es machte Autos billig, die Arbeit aber eintönig. Zugleich war Ford ein bekennender Antisemit. Seine Zeitung, der Dearborn Independent, druckte ab Mai 1920 die Serie „The International Jew“, gestützt auf die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“; als Buch erschien sie in mehr als einem Dutzend Sprachen. Hitler lobte ihn schon 1923, und 1938 verlieh ihm das NS-Regime das Großkreuz des Deutschen Adlerordens. 1927 hatte Ford sich nach einer Verleumdungsklage öffentlich entschuldigt, die Schriften aber kursierten weiter. Gewerkschaften bekämpfte er mit einem eigenen Werkschutz: Am 26. Mai 1937 schlugen dessen Männer in Dearborn Organisatoren der Autoarbeitergewerkschaft UAW zusammen. Erst im Mai 1941 erkannte Ford die Gewerkschaft an.
Der Moment
Am Montag, dem 5. Januar 1914, drängten sich Reporter in den Verwaltungsräumen des Ford-Werks Highland Park bei Detroit. Nicht Henry Ford sprach, sondern James Couzens, 41 Jahre alt, der General Manager. Er las eine vorbereitete Erklärung vor: Ab dem 12. Januar sinke die Arbeitszeit von neun auf acht Stunden, und kein Mann ab 22 Jahren werde weniger als fünf Dollar am Tag erhalten, „the greatest revolution in the matter of rewards for its workers ever known to the industrial world“. Der 50-jährige Ford stand am Fenster. Hinter dem Verwaltungsbau lagen die Hallen, in denen seit dem Herbst 1913 das bewegte Fließband lief. Bis 1914 sollte es die Montage eines Wagens von zwölfeinhalb Stunden auf 93 Minuten verkürzen; die Arbeit aber hatte es schon so eintönig gemacht, dass die Leute in Scharen kündigten: 1913 stellte Ford 50.448 Männer ein, um im Schnitt 13.623 zu beschäftigen.
Die Kehrseite
Die fünf Dollar waren keine einfache Lohnerhöhung. Der alte Lohn blieb, dazu kam ein Gewinnanteil, aber nur für Männer über 22, die mindestens sechs Monate im Werk waren und deren Lebensführung das Sociological Department bei Hausbesuchen prüfte; Trinken, Glücksspiel oder Untermieter konnten den Anteil kosten. Frauen und junge Ledige bekamen ihn zunächst nicht. Am Morgen nach der Ankündigung standen rund 10.000 Männer in der Kälte vor dem Werk, am 12. Januar wurden Arbeitsuchende mit Feuerwehrschläuchen vertrieben. Ford schrieb 1922, der Fünf-Dollar-Tag sei „one of the finest cost-cutting moves we ever made“ gewesen.
Was die Quellen offenlassen: Belegt ist, dass Couzens die Erklärung in den Verwaltungsräumen las und Ford nahe einem Fenster stand; welcher Raum es war und wie er aussah, ist nicht überliefert, das Büro im Bild ist typisiert. Wie viele Reporter kamen und was Ford trug, ist nicht beschrieben. Wer den Plan erdacht hat, Ford oder Couzens, ist umstritten.