1975 · Bipolar Bit-Slice Processor · Werk 894 von 1.871
A microcode laboratory in Sunnyvale in California late at night, on a long workbench a large breadboard forty centimetres wide densely set with small black chips in sockets, in its middle a straight row of four long violet ceramic packages five centimetres long, each with a nearly black glossy square lid and twenty silver legs on each side, all plain smooth and unmarked, a hand in a rolled-up pale blue shirt sleeve fixing a small grey test clip onto the legs of the second violet package, a tall fan-folded stack of pale green-striped continuous paper beside it, a paper coffee cup, a cork wall, cool fluorescent light.
Wofür es benutzt wurde
Der Am2901 war ein Baustein, aus dem Entwickler einen Prozessor zusammensetzten: eine 4-Bit-Recheneinheit mit Registerspeicher und Akkumulator, die sich auf beliebige Wortbreite kaskadieren ließ, dazu der Folgesteuerbaustein 2909 und der Steuerbaustein 2910. CPU Shack nennt die Einführung im August 1975 als "100 ns Bipolar microprocessor" und etwa 10 MHz, was für die Zeit schnell war. Zweitfertiger kamen rasch: Motorola nach einem Vertrag vom November 1975, Raytheon vom Dezember 1975, Thomson-CSF mit der Abteilung SESCOSEM 1976 für Märkte außerhalb der USA und Japans, später National, Fairchild, NEC, Signetics, OKI, Cypress, IDT und WSI; sowjetische Nachbauten setzten um 1985 ein.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, was nicht auf dem Chip stand: kein Befehlssatz. Wortbreite und Befehle legte der Anwender fest, über ein Mikroprogramm; der Baustein war eine Scheibe, kein Rechner. Gegenüber der älteren Recheneinheit 74181, auf die CPU Shack verweist, brachte der 2901 Registerspeicher und Akkumulator mit. Technisch war das der Gegenweg zum MOS-Einchipprozessor derselben Jahre: der bipolare 2901 lief mit etwa 10 MHz, wo der Intel 8080 mit 2 MHz angegeben wird, brauchte dafür aber mehrere Bausteine je Maschine. CPU Shack schreibt, die meisten Bit-Slice-Entwürfe beruhten noch heute auf dem 2901 und InnovASIC fertige ihn als 59032 weiter - für neue Entwürfe kaum noch genutzt, steckt er weiter in vielen laufenden Geräten.
Was die Quellen offenlassen: Nur eine Quelle zum 2901, und sie nennt kein einziges Gerät, in dem er steckte - nur allgemein, er treibe noch viel Technik im Gebrauch. Käufergruppen, Stückzahlen und Preise bleiben deshalb weg. Die Angabe von 2 MHz zum Intel 8080 stammt aus der Quelle zum 8080, nicht von CPU Shack.