audatec

1984 · Microprocessor Process Control · Werk 917 von 1.871

The control room of a chemical works near Leuna on a winter night, a pale console, on it two brown-beige monitor housings, their screens glowing softly with green lines of pipes and valves and small coloured blocks, in front two flat keyboards with beige keys and yellow, red and green special keys, beside them a small key switch, a hand in a light blue nylon work coat sleeve turning the key, the shift operator seen from directly behind with face turned fully away, at the side an open grey rack of plug-in cards with white cables, behind a tall window distillation columns and pipe bridges lit by orange lamps, fluorescent light.

Wofür es benutzt wurde
audatec war das digitale Prozessleitsystem des VEB Geräte- und Regler-Werke Teltow, Betrieb des VEB Kombinat Automatisierungsanlagenbau; der Name steht nach robotrontechnik.de für Automatisierung mit digitaler Datenverarbeitung für technologische Prozesse. Benutzt wurde es zur Steuerung und Überwachung größerer Industrieanlagen; als vom Hersteller bevorzugte Bereiche nennt robotrontechnik.de Braunkohlekraftwerke, Verfahrenstechnik und Chemie (Paraffin- und Teerdestillation, Hochofentechnik), Warmwalzwerke und Bagger im Braunkohletagebau. In der DDR-Fachzeitschrift msr beschrieben W. Barge und B. Moltmann 1988 das Informationssystem für die 100-MW-Blöcke der Kraftwerke; K. Köhler vom Institut für Kraftwerke berichtete im März 1988 in Cottbus über die Einsatzerprobung. Jede Funktionseinheit war ein Mikrorechner K1520, ein Basiseinheitenschrank nahm bis zu 675 Prozesssignale auf.
Was daran neu war
Kennzeichnend war die verteilte Mehrrechnertechnik: mehrere weitgehend unabhängige Rechner an einer Prozessdatenbahn mit 250 oder 500 kBit/s; im Vorgängersystem ursamat K400 waren Prozessrechner neben der konventionellen Gerätetechnik integriert gewesen. Dazu kam Eigenüberwachung - nicht ausgelastete Rechner prüften ihre eigene Hardware und meldeten Fehler über das doppelt ausgelegte Netz an die Bedienpulte -, und der Koppelrechner schirmte das Prozessnetz gegen den Wartenrechner ab, damit unberechtigte Zugriffe das System nicht lahmlegten. Lothar Starke, Vorsitzender des Industriemuseums Region Teltow, schreibt, die Bauteile seien in Konsumgüterqualität eingekauft worden, weshalb alle kritischen Bauelemente und Baugruppen beim Wareneingang einem Stresstest unter Belastung und Temperatur unterzogen wurden. Allein 1988 wurden nach Starke 400 Einheiten gebaut.

Was die Quellen offenlassen: Die Jahresangaben trennen Sorten: 1984 für Produktionsüberleitung und ersten Industrieeinsatz (Industriemuseum Region Teltow, Starke, robotrontechnik.de), 1985 für die Einführung bei brandenburgikon.net. Zum Entwicklungsbeginn nennen Museum und robotrontechnik.de 1975, Starke 1980 für die direkte Entwicklung. Gesamtstückzahl, Preise, Exportländer und Anlagennamen sind nicht belegt; die Fachaufsätze nennen nur 100-MW-Blöcke ohne Standort.

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