1966 · Vacuum Fluorescent Display · Werk 927 von 1.871
A small experimental workshop in a coastal town in Japan on an evening in early spring, on a worn wooden bench a slender blue gas flame and a pump of glass tubing and brass, in a small socket a single upright glass tube three centimetres tall with a sealed tip and a ring of thin wire legs, inside it on a dark grey plate behind a fine mesh two short bars and a dot glowing soft blue-green, a hand holding with fine tweezers a second, still open tube with a white ceramic plate, a few spare tubes on a folded cloth, sliding windows with paper panes in warm evening light.
Wofür es benutzt wurde
Die Digitron-Röhre von Ise Electronics war ein Anzeigebauteil für Rechenmaschinen. Der Nikkan Kogyo Shimbun berichtete am 25. Januar 1968, Hayakawa Electric Industry habe an der Entwicklung mitgewirkt und sei einer der ersten Abnehmer für seinen Tischrechner Compet 16; als Nachfrageträger nennt der Bericht japanische Rechnerhersteller, die eine Alternative zu den Neon-Ziffernröhren suchten, deren Herstellung und Ansteuerung US-Patente von Burroughs berührte. In einem Gerät belegt ist die Marke Itron im Sharp QT-8D, Dezember 1969, 8 Stellen, 395 Dollar. Der Casio Mini, ab August 1972 für 12.800 Yen verkauft, hatte 6 Vakuum-Fluoreszenzröhren.
Was daran neu war
Der Unterschied zur Nixie-Röhre lag in der Spannung und in der Ebene: Der Antrag zum IEEE-Milestone nennt für die Serienröhre DG12B etwa 25 V Betriebsspannung gegen etwa 170 bis 200 V bei Nixie-Röhren, bei denen die Ziffern zudem in verschiedenen Tiefen lagen. Der Bericht von 1968 führt dieselben Gründe an: alle Ziffern in gleicher Tiefe und daher besser lesbar, grünes Licht, etwa 800 Lux bei niedriger Spannung. Das Patent US 3.508.101 beansprucht in Anspruch 1 ein evakuiertes Gefäß mit geheizter Kathode, fluoreszenzbeschichteter Anode und Beschleunigungsgitter, in Anspruch 2 die segmentierte Anode. Wer die Röhre erfand, wird dreifach verschieden beantwortet: Die IEEE-Tafel nennt Tadashi Nakamura als den, der sie 1967 zur Serie brachte, der Karl-Ferdinand-Braun-Preis der SID ging 1991 an Kentaro Kiyozumi und Nakamura "For the invention of the vacuum fluorescent display", und als Erfinder im Patent steht Mikiharu Tanji.
Was die Quellen offenlassen: Noritake beantwortet das Jahr auf einer Seite zweimal verschieden: im Fließtext 1967 als Erfindung, in der Zeitleiste 1966 für die Grundstruktur und 1967 für die einstellige Röhre. Der erste Einbau ist nicht widerspruchsfrei: IEEE-Antrag und japanische Presse nennen Sharps CS-16A, Rick Bensene beschreibt sein Exemplar dagegen als Nixie-Gerät mit Röhren von NEC. Wer die Röhren des Casio Mini lieferte, nennt die IPSJ nicht; eine Lebensdauer in Stunden keine Quelle.