The Bowmar 901B

1971 · LED Pocket Calculator · Werk 935 von 1.871

A student room in Boston on an autumn evening, a white short-sleeved shirt hung over the back of a wooden desk chair, from its breast pocket the upper half of a small hand-held calculator rising beside two ballpoint pens, a body of charcoal-grey plastic eight centimetres wide, at its top a dark red-brown tinted window under a projecting rim with a faint soft red glow, below it a plain brushed silver strip and a brushed silver key plate with square black keys and one red key, all plain smooth and unmarked, a desk lamp casting warm light from the left, red maple leaves at the dark window.

Wofür es benutzt wurde
Der Bowmar 901B ist ein Taschenrechner mit LED-Anzeige. Sein Hersteller Bowmar/ALI in Acton, Massachusetts, war ein kleiner Zulieferer der Rüstungsindustrie und wollte eigentlich nur LED-Anzeigen verkaufen. Weil das im Rechnermarkt nicht gelang, beschloss die Firma 1970, selbst ein Handgerät zu bauen. Grundlage war der TI-Chip TMS0103, dazu kamen Klixon-Tasten von TI. Das Gerät kostete 240 Dollar und maß 3,1 × 5,2 × 1,5 Zoll. Verkauft wurde es auch unter fremden Namen: Craig als Modell 4501, Commodore als C110; spätere Bowmar-Geräte liefen als Eigenmarken von Sears und RadioShack.
Was daran neu war
Nach IEEE Spectrum gilt das 901B allgemein als erster Taschenrechner mit LED-Anzeige und erster in Taschenformat; die Grundlage dafür hatte Monsanto 1968 mit der ersten numerischen LED-Anzeige gelegt, die für Konsumgüter billig genug war. Der Erfolg hielt kurz: Bowmar/ALI war Anfang der 1970er Jahre einige Jahre der größte Taschenrechnerhersteller der Welt und brachte in 5 Jahren etwa 28 Modelle heraus, dann fiel der Preis. Mitte 1974 kostete ein einfacher Handrechner typischerweise rund 179 Dollar; Ende des Jahres wurden billig gebaute Geräte mit weniger Ausstattung schon für 15 Dollar angeboten. Am 10. Februar 1975 beantragte Bowmar Gläubigerschutz nach Chapter XI, nach 20 Millionen Dollar Verlust im Geschäftsjahr 1974 und bei rund 35 Millionen Dollar offenen Krediten.

Was die Quellen offenlassen: IEEE Spectrum schreibt ausdrücklich, die Quellen widersprächen sich beim Erscheinungsjahr (1971 oder 1972), und datiert die Insolvenz auf 1976; die Chapter-XI-Zahlen stehen im Begleittext des Old Calculator Web Museum zu einer Meldung aus Radio Electronics vom Mai 1975. Verkaufszahlen nennt keine der beiden Quellen. Das HNF datiert den Busicom LE-120A mit Leuchtdiodenanzeige auf Januar 1971; der Vorrang des 901B ist daher fraglich.

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