The minirex 73

1973 · East Bloc Pocket Calculator · Werk 943 von 1.871

A workbench in the final assembly hall of a valve works in Mühlhausen in Thuringia in early spring, a woman's hands in pale blue work-coat sleeves setting a thick upright pocket calculator of black plastic into a low black charging stand, at its top a dark red display window with a soft red glow, below a worn pale grey key plate with cream-white keys, black keys and one red key, every key plain smooth and unmarked, a plain black plate at the foot, along the bench a row of identical black calculators standing in their stands, a shallow tin of small round button cells, grey daylight from high windows.

Wofür es benutzt wurde
Entwickelt wurde der minirex 73 ab April 1972 von einem Kollektiv im VEB Funkwerk Erfurt, gebaut im VEB Röhrenwerk Mühlhausen; das Gehäuse kam vom Atelier für Formgestaltung Karl-Marx-Stadt. Vorgestellt wurde er auf der Leipziger Frühjahrsmesse vom 11. bis 18. März 1973, danach lief die Serienfertigung an. Er rechnete die 4 Grundrechenarten. Der Strom kam aus NiCd-Knopfzellen mit 1,2 Volt und 225 mA vom VEB Grubenlampenwerk Zwickau, weil NiCd-Zellen der Größe R6 in der DDR nicht zu haben waren; ein eigens entwickeltes Netzteil, in das man den Rechner steckte, schaltete die Akkus zur Schonung ab und diente auch zum Laden. Alkalische R6-Zellen wurden verworfen, weil sie etwa alle 10 Betriebsstunden zu wechseln gewesen wären. Das Tastenfeld ist größer als beim Busicom LE-120A, zum Blindrechnen.
Was daran neu war
Das Heinz Nixdorf MuseumsForum führt den minirex 73 als ersten in der DDR entwickelten Taschenrechner. Der Anstoß kam von außen: Otfried Steger, Minister für Elektrotechnik und Elektronik, kaufte Anfang 1972 auf einer Japanreise einen Busicom LE-120A und fragte in Erfurt nach. Am 20. Juni 1972 lief ein Labormodell, 3 Monate später lagen 10 Funktionsmuster vor, das Kollektiv erhielt den Orden Banner der Arbeit. Der Widerhaken steckt im Gerät: Der Rechenschaltkreis war der importierte TMS0105NC von Texas Instruments, wegen des Embargos nach Darstellung des Elektromuseums nur über kreative Handelsaktivitäten zu bekommen. Die DDR-Nachentwicklung dieses Chips, der U820D, kam erst im minirex 75 zum Einsatz.

Was die Quellen offenlassen: Einen Preis in Mark nennt keine der 3 Quellen; im HNF-Blog nennt nur ein Leserkommentar 2.500 Mark, für den minirex 75. Die Stückzahlen 2.000 für 1973, 10.000 für 1974 und 25.000 für 1975 sind Planzahlen, keine Fertigungszahlen. Die Stellenzahl nennt keine Quelle, den Anzeigetyp (LED) das Elektromuseum nur indirekt. Das HNF weiß nicht, wie die TI-Chips nach Erfurt kamen; museum-digital belegt nur die Messepremiere und den Nachfolger minirex 74.

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