1974 · Reprogrammed Scientific Calculator · Werk 946 von 1.871
A kitchen table in a terraced house in England on a winter evening, a self-assembly kit just finished, an upright pocket calculator of cream-white plastic about eleven centimetres tall, at its top a dark violet-black window with a soft red glow, below it a recessed dark key field with pale blue keys, light grey keys and a pale blue slide key, every key plain smooth and unmarked, a hand in a brown jumper sleeve holding it at a slant above a tea towel, a soldering iron resting on a wire stand, a reel of solder, a saucer with three tiny screws, a mug of tea, warm light from a standard lamp.
Wofür es benutzt wurde
Sinclair Radionics brachte den Taschenrechner Scientific 1974 heraus; er kostete laut Ken Shirriffs Analyse 119,95 Dollar beziehungsweise 49,95 Pfund, während der HP-35 mit 395 Dollar gehandelt wurde. Das Gerät rechnete Winkelfunktionen, Logarithmen und Antilogarithmen und arbeitete in Exponentialdarstellung. Bezahlt wurde der Preisunterschied mit Zeit und Stellen: sin 0,1 kam in unter 1 Sekunde, sin 1 brauchte rund 7,5 Sekunden, arccos 0,2 etwa 15 Sekunden. Die wissenschaftlichen Funktionen haben nach Shirriff "only have three decimal places of accuracy at best", der HP-35 dagegen 7 bis 11 Stellen bei einer Vorgabe von höchstens 1 Sekunde Rechenzeit.
Was daran neu war
Neu war keine Funktion, sondern eine Sparsamkeit. Shirriff hat den Chip ausgelesen: Es ist der TMS0805, ein Baustein für einen einfachen Vier-Spezies-Rechner, dessen Festwertspeicher 320 Befehle fasst - nach seiner Darstellung die Hälfte dessen, was im HP-35 steckte. In diese 320 Worte wurden die wissenschaftlichen Funktionen hineingeschrieben, statt eigene Schaltkreise dafür zu bauen. Den Code schrieb Sinclair zusammen mit Nigel Searle, einem Programmierer mit Mathematik-Promotion, laut Shirriff "in a few days in Texas"; Hewlett-Packard brauchte für seinen Rechner nach derselben Quelle "two years, 20 engineers, and a million dollars". Der Widerhaken: Gespart wurde an der Genauigkeit, und zwar dort, wo der Käufer es erst beim Rechnen merkte.
Was die Quellen offenlassen: Technik, Preise und Rechenzeiten stammen aus Ken Shirriffs Artikel zur Rekonstruktion des Chips (die Zeiten laut Shirriff an einem echten Gerät gemessen), nicht aus einer Firmenquelle. Die Science Museum Group bestätigt Jahr 1974 und Sinclair Radionics als Urheber, nennt aber weder Preis noch Technik. Zum von Shirriff erwähnten späteren Bausatz für 9,95 Pfund liegt keine zweite Quelle vor; er bleibt hier weg.