1984 · Modular Colour Home Computer · Werk 988 von 1.871
The planning office of an electronics works in Thuringia on a misty autumn morning, on a desk of light wood veneer a flat black base unit thirty-eight centimetres wide with ventilation slots on top, along its front a silver strip with two module slots, three small green lamps and cream-white push buttons, in front a flat black keyboard with round cream-white keys, every key plain, smooth and unmarked, on the base unit a small cream-yellow portable television with a soft even pale blue glow, a hand in a pale blue nylon work-coat sleeve sliding a flat black plug-in module into a slot, a rubber plant, factory chimneys in the mist outside.
Wofür es benutzt wurde
Kleincomputer aus dem VEB Mikroelektronik "Wilhelm Pieck" Mühlhausen, im Frühjahr 1984 unter dem Namen HC 900 auf der Leipziger Messe vorgestellt; Chefentwickler war Werner Domschke, Gruppenleiter Werner Dennstedt. U880D mit 1,75 MHz, 32 KB RAM, davon 16 KB Bildspeicher, 4 KB ROM mit dem Betriebssystem CAOS, kein eingebautes BASIC — das kam von Kassette oder als Steckmodul. Bildschirm war der Fernseher. 1984 ging das Gerät zunächst an Industrie, Bildung und staatliche Stellen; in die Läden kam es erst 1986, dann für 1.700 Mark (HNF).
Was daran neu war
Kennzeichnend war die Bauweise: abgesetzte Tastatur, ein Grundgerät mit Steckplätzen und Module zum Einschieben — 2 Modulschächte und 1 Erweiterungsanschluss, über Aufsätze bis zu 14 Schächte, mit Bankumschaltung bis 4 MByte Adressraum (zock.com). Elektronikpraxis deutet diese Modularität als praktische Antwort auf die unsichere Versorgung mit Bauteilen. Dazu war jeder Bildpunkt einzeln ansteuerbar (HNF). Der Widerhaken steht im Namen: Aus dem Heimcomputer HC 900 wurde 1985 der Kleincomputer KC 85/2, das H fiel weg — und Privatleute bekamen solche Rechner laut Elektronikpraxis bis kurz vor Ende der DDR kaum.
Was die Quellen offenlassen: Den Preis von 1.700 Mark für 1986 nennt nur das HNF; robotrontechnik.de datiert den Handelsstart 1986 auf den Nachfolger KC 85/3, für den Elektronikpraxis 4.300 Mark nennt. robotrontechnik.de schätzt rund 40.000 bis 45.000 Stück für alle KC-Geräte zusammen, nicht für die KC 85/2 allein. Warum gerade dieses Gerät umbenannt wurde, sagt keine der Quellen: das HNF spricht allgemein von einer Vereinheitlichung der Bezeichnungen.