The Z 1013 Kit

1985 · Single-Board Computer Kit · Werk 990 von 1.871

A kitchen in a prefabricated block of flats in Riesa late at night, on a yellow laminate table a shallow glossy orange-red plastic tray with moulded hollows, in it a green circuit board twenty-three centimetres square with rows of black integrated circuits, one large processor chip, a small silver box, a blue capacitor and one square red key, every part plain, smooth and unmarked, on top a small added board with bundles of coloured wires, two hands soldering a red wire to it, beside the tray a home-made power supply built into a metal bread tin, a small black-and-white television glowing softly, a hanging lamp with an orange shade.

Wofür es benutzt wurde
Mikrorechnerbausatz des VEB Robotron-Elektronik Riesa: bestückte und geprüfte Leiterplatte, Folientastatur mit 32 Tasten zum Anlöten, ausführliche Unterlagen. U880 mit 1 MHz, 2 KB ROM, 16 KB RAM, Bild über den Fernsehkanal 3 mit 32 Zeilen zu je bis zu 32 Zeichen; kein eingebautes BASIC. Verkauft wurde er an Private in genau 2 Läden — dem Fachgeschäft für Heimelektronik des VEB Robotron-Vertrieb Erfurt und einem HO-Hobbyladen in Riesa —, schriftlich bestellt und persönlich abgeholt. Rund 10 Prozent der Fertigung gingen unmittelbar an Betriebe und Hochschulen, der Rest an Computerclubs und Privatleute. Bekannt wurde das Gerät über die Leipziger Frühjahrsmesse und Zeitschriften wie "Funkamateur".
Was daran neu war
Der Bausatz entstand aus einem Materialproblem. Riesa hatte große Bestände an "Anfalltypen" — Bauelementen, die arbeiteten, aber nicht alle Parameter einhielten —, und der Z 1013 sollte sie aufbrauchen; jedes Teil wurde vor dem Einbau einzeln geprüft und ging nur mit diesem Prüfaufwand von rund 1 Mark je Stück in die Kalkulation ein. Der Widerhaken: Die Geräte fielen trotzdem häufig aus, die Reklamationen waren teuer und beschädigten den Ruf, so dass die Fertigung ab Juli 1987 auf getypte Bauelemente umgestellt wurde. Die erweiterte Nullserie im Dezember 1985 umfasste 150 Stück zu 650 Mark. Wer bestellte, wartete oft etwa 1 Jahr: Die Nachfrage überstieg das Angebot dauerhaft.

Was die Quellen offenlassen: Eine Gesamtstückzahl nennt keine der Quellen; hc-ddr.hucki.net hält fest, dass die Menge durch die zugeteilten Bauelemente begrenzt war, und datiert das Produktionsende auf Mitte 1990. Die Preise unterscheiden sich nach Ausführung und Jahr: 650 Mark (Z 1013.01, 1985), 936 bis 965 Mark (Z 1013.16, 1987/88), 90 Mark (Z 1013.64, 1990).

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