The House of Young Talents

1986 · East Berlin Computer Club · Werk 995 von 1.871

A baroque town palace on a quiet street in East Berlin on a wet evening in late autumn, a three-storey facade in ochre yellow with grey pilasters and cornices under a tall red tiled hipped roof with three dormers, in its centre a shallow triangular pediment above four pilasters, beneath it a round-arched window and a small stone balcony over a round-arched doorway reached by a short flight of steps between two glowing wall lanterns, rows of tall many-paned windows, two first-floor windows flickering pale blue and green, a figure in a dark parka seen from directly behind, face turned fully away, walking toward the steps, wet cobbles reflecting street lamps.

Wofür es benutzt wurde
Der Computerklub im Haus der jungen Talente in Ost-Berlin wurde am 22. Januar 1986 von Stefan Seeboldt gegründet und war ein Ort, an dem junge Leute an Rechner kamen, die ihnen sonst nicht zugänglich waren. Die Seite hdjt.org nennt als Anfangsausstattung einen ZX81 und einen Commodore VC 20 an Schwarzweißfernsehern; später kamen ein C64 und ein Robotron-Farbfernseher dazu, dazu mitgebrachte Geräte der Mitglieder, darunter Atari 400 und Sinclair Spectrum, im Januar 1988 ein privater Amiga 500. Es gab Kurse in BASIC, LOGO und C und Vorträge über Ampelsteuerung an der Frankfurter Allee, Computertomografie im Klinikum Buch und MIDI-Steuerung mit dem C64. Zum ersten Klubtag kamen nach der Chronik fast 300 Leute; der Raum fasste höchstens 40.
Was daran neu war
Kennzeichnend war, dass die Technik aus dem Westen stammte und das geduldet wurde: Das Bundesarchiv schreibt, Seeboldt habe sie mit Zustimmung des HdjT-Direktors beschafft. Das MfS stellte im September 1987 eine Liste von über 200 im Klub kursierenden Programmtiteln zusammen und übersetzte sie ins Deutsche; Titel, die laut Stasi "in besonderem Maße militärischen und inhumanen Charakter" trügen, wurden mit "Index" gekennzeichnet. Ein IM-Bericht vom 19. Juli 1989 hielt fest, dass weder Teilnehmer noch Technik kontrolliert würden — und kam im selben Bericht zu dem Schluss, es seien keine "operativ-relevanten" Erscheinungen festgestellt worden. Hinweise auf Folgen für die Mitglieder oder Seeboldt finden sich nach dem Bundesarchiv in den Akten nicht.

Was die Quellen offenlassen: Eine Mitgliederzahl allein für diesen Klub nennt der Bundesarchiv-Beitrag nicht; ein ZAGG-Bericht vom April 1988 zählte 107 Aktive über mehrere genannte Klubs hinweg. Die Chronik auf hdjt.org ist eine private Website ohne Quellenangaben, kein Archivbestand; die Angaben zu Stasi-Berichten stammen aus dem Bundesarchiv-Beitrag, der die Akten auswertet.

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