1927 · Shoe-Fitting X-Ray Fluoroscope · Werk 1012 von 1.871
A family shoe shop in Milwaukee before opening time on a sunny Saturday morning, walls of plain cream shoe boxes up to the ceiling, in the middle a shoe-fitting fluoroscope cabinet one metre tall in light brown walnut veneer with a slanted top, on it three grey-brown rubber viewing hoods, the middle one with a faint green glow deep inside, a small black toggle switch, three horizontal grooves along its side, at its foot a low step edged with chrome and a dark open slot, a pair of small new brown leather shoes on the step, a low fitting stool, a saleswoman's hand in a knitted cardigan sleeve on the switch.
Wofür es benutzt wurde
Das Schuhdurchleuchtungsgerät stand im Schuhgeschäft. Der Kunde stellte die Füße in eine Öffnung am Sockel, darunter saß die Röntgenröhre, und durch Sichtfenster im Oberteil sahen Kunde, Verkäufer und Begleitung gleichzeitig die Knochen im Schuh. Nach Angaben des ORAU-Museums arbeiteten die Geräte mit 50 kV und 3 bis 8 mA bei 1 mm Aluminiumfilterung; die Zeitschaltuhr ließ sich etwa auf 5 bis 45 Sekunden einstellen, meist auf 20. Manche Geräte hatten 3 Leistungsstufen — die höchste für Männer, die mittlere für Frauen, die niedrigste für Kinder. Anfang der 1950er Jahre schätzt dieselbe Quelle den Bestand auf 10.000 Geräte in den USA, 3.000 in Großbritannien und 1.000 in Kanada.
Was daran neu war
Kennzeichnend ist die Herkunft: Nach der Darstellung von Duffin und Hayter (2000), die das ORAU-Museum referiert, baute der Bostoner Arzt Jacob J. Lowe im Ersten Weltkrieg ein Durchleuchtungsgerät für Füße, um verletzte Soldaten schneller versorgen zu können, passte es anschließend für die Schuhanprobe an und zeigte es 1920 auf einer Schuhhändlertagung in Boston als "Foot-O-Scope". Ein Diagnosegerät wurde damit zum Verkaufshilfsmittel in Laienhand. Geschadet hat es nicht denen, die es ansehen sollten: Kundenschäden sind nach derselben Quelle nicht gemeldet, wohl aber eine Verkäuferin mit Handekzem, die ein Gerät zehn Jahre lang 10- bis 20-mal täglich bedient hatte, und nach Bavley (1950) ein Schuhmodell mit einer schweren Strahlenverbrennung, die zur Beinamputation führte.
Was die Quellen offenlassen: 1927 gehört zu Patenterteilungen, nicht zu Erfindungen: Lowes Patent 1.614.988 wurde im Februar 1919 angemeldet und am 18. Januar 1927 erteilt, Adrians Patent 1.619.962 am 22. Januar 1923 angemeldet und am 8. März 1927 erteilt. Die Urheberschaft ist strittig; das ORAU-Museum stellt Lowe, Karrer und Adrian vor, hält Lowes Anspruch für den stärksten und nennt die Angabe, Adrian habe 1917 ein Patent erhalten, falsch. Die Bestandszahlen der 1950er Jahre sind Schätzungen.