1965 · Real-Time Ultrasound Scanner · Werk 1029 von 1.871
An examination room of a university hospital in Münster on a bright early summer morning, beside a couch spread with a smooth white sheet a tall ultrasound scanner on a low wheeled chassis with a long slanting push bar, painted pale cream-grey, on its upright column a small box-shaped screen with a soft grey grainy glow and one tiny bright flicker, from the top a horizontal arm reaching out over the couch, at its end on a joint a rounded white water-filled scanning head lowered just above the sheet, cables down the column, a hand in a white coat sleeve at a black knob, pale yellow walls, a frosted window.
Wofür es benutzt wurde
Mechanischer Echtzeit-Ultraschallscanner von Siemens Erlangen: rotierende Schallköpfe in der Brennebene eines Parabolspiegels, in einem wassergefüllten Schallkopf. Gebraucht wurde er in Frauenkliniken und in der Inneren Medizin, später auch in Praxen. Holländer, der ihn in Münster bediente, berichtet, 1966 eine Zwillingsschwangerschaft in der 17. Woche erkannt und 1967 "Vidoson no. 1" in Dienst gestellt zu haben; ab 1967 folgten nach Holländer weitere Frauenkliniken, etwa in Aachen, Berlin, Essen, Frankfurt, München und Tübingen. Das Bild bestand nach Woo aus 120 Zeilen bei 2,25 MHz, das Feld war nach Holländer etwa 14 cm breit und 16 cm tief. Hinselmann wies 1969 mit dem Gerät die Herzaktion des Fötus ab der 12. Woche nach. Das Science Museum verzeichnet für sein Exemplar 200 kg und 1650 × 1830 × 1100 mm.
Was daran neu war
Kennzeichnend war das laufende Bild. Ältere Geräte setzten ein Standbild aus Einzelmessungen zusammen; dieses lieferte nach Woo 15 Bilder je Sekunde, nach Holländer 10 und später bis 16, und "Fetal life and motions could clearly be demonstrated". Der erste Ultraschall war das nicht: Donald, MacVicar und Brown veröffentlichten 1958 im Lancet, Soldners Prototypen wurden ab 1962 geprüft und 1965 in Münster erprobt. Die Geschwindigkeit war erkauft. Woo nennt die Bildqualität bei der ersten Erprobung in Würzburg "disappointing with both poor lateral resolution and penetration", und Holländer schreibt, das laufende Bild habe sich nicht anhalten lassen, weil es noch keine Speicherbildschirme gab. Mehr als 3000 Geräte, und nach Woo in Nordamerika so gut wie keines.
Was die Quellen offenlassen: Zur Bildrate stehen beide Angaben hier: Woo 15/s, Holländer 10 bis 16/s. Bei "mehr als 3000" schreibt Woo "sold", Holländer "produced" - nicht dasselbe. Ein Preis ist in keiner geöffneten Quelle genannt. 1965 ist das Jahr der Marktverfügbarkeit, nicht der ersten klinischen Nutzung eines Seriengeräts; die war nach Holländer 1967. Die erste Erprobung in Münster datiert Woo auf 1964, Holländer selbst auf den 29. Juli 1965.