1958 · Xenon Light Coagulator · Werk 1061 von 1.871
A darkened treatment room of a university eye clinic in the Rhineland at noon in summer, blackout curtains drawn, a blade of sunlight across the linoleum, on castors a grey-lacquered sheet-metal cabinet one and a half metres tall under a flat overhanging vent roof, from a round silver-grey ring on its front a black lens tube fifty centimetres long reaching out level, every plate plain and blank, on the sloping lower panel two dials, plain with bare pointers, small red lamps and black knobs, the tube aimed at an empty leatherette headrest, one white point of light on a black cloth, a hand in a white sleeve at a knob.
Wofür es benutzt wurde
Der Lichtkoagulator setzt mit gebündeltem Licht Brandherde in die Netzhaut, die Löcher verschließen und einer Ablösung vorbeugen; den Gedanken hatte Gerd Meyer-Schwickerath. 1949 brachte er Patienten dafür auf ein Hamburger Klinikdach und bündelte Sonnenlicht, mit einem Heliostaten, der die Sonne auf der optischen Achse hielt; im selben Jahr stellte er 3 so behandelte Netzhautablösungen vor. Von 1950 bis 1956 arbeitete er mit einer Kohlebogenlampe an, nach Angabe der ESCRS, mehreren hundert Patienten. Mit Littman und Zeiss entstand 1956 der erste Xenonbogen-Koagulator; behandelt wurden Tumoren, Netzhautrisse, Makulalöcher und Gefäßkrankheiten der Netzhaut.
Was daran neu war
Der Gedanke kam aus einem Schaden: Meyer-Schwickerath betreute einen Studenten, der sich bei der Sonnenfinsternis von 1945 die Makula verbrannt hatte. Die Behandlung war die beherrschte Form derselben Verletzung. Zeiss nennt das Gerät in der eigenen Firmengeschichte, dort auf 1957 datiert, das weltweit erste Instrument, das Licht als chirurgisches Werkzeug einsetzte. Die Grenze beschreibt eine Übersicht zur Geschichte der Augenlaser deutlich: Das Gerät war schwer zu steuern, das Licht wurde so lange angewandt, bis der Schaden sichtbar war, und die Brandherde fielen groß und schwer aus. Erst der Laser ließ sich in abgestuften Stößen dosieren.
Was die Quellen offenlassen: Zur Jahreszahl weichen die Quellen ab: Die ESCRS nennt 1956 für den ersten Xenonbogen-Koagulator, Zeiss datiert das Gerät in der eigenen Zeitleiste auf 1957. Eine Serienreife oder Markteinführung für 1958 belegt keine der geprüften Quellen; die Übersicht zur Laser-Geschichte sagt nur „Mitte der 1950er Jahre" kommerziell verfügbar. Die Priorität „weltweit erstes“ stammt von Zeiss selbst; ESCRS und Palanker nennen ältere Behandlungen Meyer-Schwickeraths mit Sonnenlicht und Kohlebogen.