The Long Night

1963 · Hard-Rubber Dialyser · Werk 1066 von 1.871

A tiled treatment room of a university clinic in Halle at three in the morning, one standing lamp, beside an empty hospital bed with its blanket turned back a cylinder of matt red-brown hard rubber seventy centimetres tall built from stacked rings, held by two broad steel bands with a tension screw, across its top a dark wooden cross, at its centre a threaded spindle with a steel T-handle ending in two orange-red balls, clear tubes curling from the opening and from side spouts, the cylinder on a pale wooden board, a small motor pump on a trolley, a thermos flask, a hand in a white sleeve holding a tube.

Wofür es benutzt wurde
Der Kiil-Flachplattendialysator, 1960 von Frederik Kiil in Norwegen entwickelt, war eine künstliche Niere, die wegen ihres geringen Innenwiderstands ohne Blutpumpe auskam. Christopher Blagg schreibt, Belding Scribner habe 1964 in Seattle eine 15-jährige Patientin mit Shunt und dem widerstandsarmen Kiil-Dialysator gemeinsam mit ihrer Mutter nach Hause geschickt; die Dialysatanlage kam von Les Babb und Kollegen der University of Washington. Die UK Kidney History datiert Stanley Shaldons Nachweis der unbeaufsichtigten nächtlichen Hämodialyse in Klinik und Haushalt am Royal Free Hospital in London auf 1963-4 und beschreibt die übliche Behandlung mit 3 Sitzungen je Woche von 8 Stunden und mehr. Das Canada Science and Technology Museum führt eine Kiil-Platte von TMI Medical Inc., Modell 102, Torrance, Kalifornien, mit der Gebrauchszeit 1960-1970 und notiert, solche Dialysatoren seien in den 1960er Jahren routinemäßig für die nächtliche unbeaufsichtigte Hämodialyse benutzt worden.
Was daran neu war
Kennzeichnend war der Aufbau: die UK Kidney History beschreibt einen Stapel aus 3 schweren Polypropylenplatten, deren membranberührende Flächen gerillt waren. Dazu nennt das Canada Science and Technology Museum die von Albert Babb entwickelte Dialysatversorgung, die Mischung, Temperatur und Leitfähigkeit selbsttätig regelte. Blagg nennt Scribners Heimanlage die erste Maschine, die eigens für die sichere Hämodialyse im Haus ohne Fachpersonal gebaut wurde. Der Preis lag neben dem Gerät: Carol Levine schreibt in Health Affairs, das 1961 gebildete Seattler Gremium aus 7 Bürgern habe Bewerber über 45 Jahren abgelehnt, Kinder ausgeschlossen und nach Einkommen, Vermögen, Bildung und Referenzen entschieden. Das AMA Journal of Ethics nennt 17 ambulante Dialyseplätze und berichtet, die Kriterien seien später dafür kritisiert worden, über den gesellschaftlichen Wert der Bewerber zu urteilen.

Was die Quellen offenlassen: Hartgummi ist für einen Dialysator von 1963 nicht belegt. Als Hartgummi (Ebonit) gebaute Dialysatoren weist die Alwall-Darstellung in Artificial Organs für Trelleborg 1947-1949 nach; der Kiil-Dialysator besteht nach UK Kidney History und Ingenium aus Polypropylen, und das Dialysis Machine Museum nennt beim Skeggs-Leonards-Plattendialysator von 1948 nur Gummipolster. Das Auswahlgremium datiert Health Affairs auf 1961, das AMA Journal of Ethics auf 1962.

Zum Weiterlesen