A portable steam engine standing in a harvest field, long belt running to a threshing machine, straw stack building beside it, stubble and hedgerows behind.
Wofür es benutzt wurde
Die Lokomobile war Kessel und Maschine auf einem Rahmen, von Pferden oder Ochsen auf den Hof gezogen, wo sie über einen Riemen die Dreschmaschine antrieb. Die Lokomobile von Heinrich Lanz aus dem Jahr 1882 im TECHNOSEUM leistet zehn PS, wiegt 4,5 Tonnen und ist etwa vier Meter lang; drei Mann bedienten sie: Maschinist, Heizer und ein Helfer für Wasser und Kohle; zum ganzen Dreschsatz gehörten rund sechzehn Leute. Für einen einzelnen Hof war sie zu teuer, also wurde sie gemietet: Der Lohndrescher kam mit Maschine und Mannschaft. Solche Dreschdampfer liefen bis etwa 1930.
Was daran neu war
Neu war, dass Kessel und Maschine eine Einheit bildeten: keine Dampfleitung dazwischen, kaum Wärmeverlust, kein Aufbauen am Einsatzort. Die Kraftquelle ging zur Arbeit, statt die Arbeit zur Kraftquelle. Der Typ entstand in den 1840er Jahren; die Firmenschrift von R. Wolf aus dem Jahr 1912 nennt das eigene Werk die erste deutsche Spezialfabrik dafür, was die Angabe des Herstellers ist. Der Widerhaken: Die fahrbare Maschine stand meistens still. Wolfs Lokomobile Nummer 2 von 1862, vier bis sechs PS bei 120 Umdrehungen, ging an eine Pappenfabrik in Schönebeck, wurde vom Hersteller zurückgekauft und trieb die Zimmerei des Werkes Buckau bis mindestens 1912: fünfzig Jahre ortsfest, erst in Schönebeck, dann im eigenen Werk.