1985 · Knitted Dacron Vascular Graft · Werk 1079 von 1.871
The preparation room of an operating theatre in Glasgow on a dark winter morning, light from high frosted windows and one steel lamp, on a trolley spread with a green cotton drape a soft white tube of knitted polyester yarn finely crimped in close crosswise ribs, a thin violet line spiralling along it, half drawn out of a clear rigid plastic tube with a green cap on its far end, the other green cap beside it, two lengths of orange rubber tubing, one straight, one bent in a U, a curved steel needle holder, fine forceps, a gloved hand holding the free white end, a plain polished steel bowl.
Wofür es benutzt wurde
Gefäßprothese aus gewirktem Polyester, in der Gefäßchirurgie als Ersatzstück für Schlagadern eingenäht. Gewirktes Material ist absichtlich porös, damit Gewebe einwachsen kann; deshalb blutet es beim Einsetzen durch die Wand. Dagegen stand das Preclotting, das die Patentschrift US 5,108,424 von Meadox Medicals als Standardverfahren beschreibt: Die Prothese wird vor der Implantation in das Blut des Patienten getaucht und ruht, bis Gerinnung eintritt; danach blutet sie nicht mehr und das Gewebewachstum bleibt möglich. Die Schrift nennt diesen Schritt zeitaufwendig und von Übung und Geschick abhängig.
Was daran neu war
Die Patentschrift US 5,108,424 (Erfinder Harmon Hoffman jr. und Kemal Schankereli, Meadox Medicals; Prioritätsdatum 30. Januar 1984, Erteilung 28. April 1992) beansprucht in Anspruch 1 eine Gefäßprothese aus porösem Textilsubstrat mit einer Porosität unter etwa 3.000 ml/min·cm², in die vernetzte, wasserunlösliche Kollagenfibrillen mit einem Weichmacher eingearbeitet sind - aus einer wässrigen Aufschlämmung aufgetragen, durch das Gewebe massiert, getrocknet, vernetzt. Ziel ist, das Preclotting überflüssig zu machen. Die Beschreibung berichtet den Widerhaken selbst: Im Tierversuch zeigten die vorgeronnenen Kontrollprothesen mehrfach Thromben und Blutungen durch die Wand; die Autoren vermuten als Ursache das fehlende Kollagen oder die beim Preclotting entstandenen Thromben.
Was die Quellen offenlassen: Die Patentschrift trägt das Prioritätsdatum 30. Januar 1984, Anmeldung 28. Januar 1991, Erteilung 28. April 1992. Ein Ereignis des Jahres 1985 belegt sie nicht; die klinische Erstanwendung ließ sich in den abrufbaren Quellen nicht prüfen, die Aufsätze dazu waren hinter Bezahlschranken. Marktnamen und Stückzahlen sind deshalb weggelassen.