1990 · Flat Satellite Antenna · Werk 1157 von 1.871
The rear brick wall of a terraced house in Leeds on a bright July midday, red brick with pale mortar, beneath a white-framed sash window a flat light grey square plate with rounded corners and a narrow black rim on a short grey bracket, its face plain and unmarked, a black cable running along the brick and in through a small hole in the window frame, below it a narrow back yard with a wooden fence, a bicycle and pots of herbs, through the window glass soft in the room a flat black receiver box with a small dark red glowing display window beneath a television, sharp shadows on the brick.
Wofür es benutzt wurde
Die Squarial war die Hausantenne für British Satellite Broadcasting (BSB). Sie empfing die beiden Satelliten Marco Polo, die BSBs Programme im D-MAC-Verfahren ausstrahlten. Hinter der 38 cm großen Kunststoffplatte liegt eine flache Gruppe von Hohlraumstrahlern — 144 oder 256 Elemente im Abstand von 0,9 Wellenlängen —, deren Signale phasenrichtig zusammengeführt werden. Ein Konverter von Matsushita setzte sie auf etwa 800 MHz um und schickte sie über Koaxialkabel zur Box am Fernseher. Nach dem Technikjournalisten Barry Fox kostete der Empfänger 400 Pfund, die Montage der Antenne rund 100 Pfund.
Was daran neu war
Kennzeichnend war die Bauform: eine flache, phasengesteuerte Gruppe anstelle eines Parabolspiegels. Möglich war das kleine Format durch die hohe Sendeleistung der beiden Marco-Polo-Satelliten von 59 dBW (Science Museum Group). Der Widerhaken liegt in der Reihenfolge: Bei der Vorstellung in Marco Polo House war die gezeigte Squarial eine Attrappe, und die 4 Firmen, die passende Empfänger bauen sollten, erfuhren davon erst dort. BSB ging im April 1990 auf Sendung, hatte Ende 1990 weniger als 100.000 Geräte verkauft und verlor nach Fox viermal so viel wie Sky, das 1 Million Schüsseln verkauft hatte und 2 Millionen Pfund in der Woche verlor. Im November 1990 fusionierte BSB mit Sky; 1993 war die Antenne nutzlos geworden.
Was die Quellen offenlassen: Die Science Museum Group nennt selbst 144 oder 256 Strahler, entscheidet sich also nicht. Preise, Absatz- und Verlustzahlen stammen aus dem Bericht des Technikjournalisten Barry Fox, nicht aus Unternehmensunterlagen. Wer die Squarial entworfen hat, sagen beide Quellen nicht; Fox nennt das D-MAC-Verfahren nicht beim Namen, nur MAC.