The aeolipile of Hero of Alexandria, a hollow bronze sphere spinning on its axle above a small cauldron, two bent nozzles venting steam, the first machine ever turned by steam.
Wofür es benutzt wurde
Sie verrichtete keine Arbeit. Woodcrofts Übersetzung der "Pneumatica" führt 78 Apparate auf. Nr. 50 steht dort neben Tempeltüren, die sich beim Altarfeuer von selbst öffnen (Nr. 37 und 38), einem Opfergefäß, das erst nach Einwurf einer Fünf-Drachmen-Münze Wasser abgibt (Nr. 21), und singenden Vögeln (Nr. 15). Das Gerät war ein Lehr- und Schaustück über die Kraft erhitzter Luft und des Dampfes. Darin liegt der Widerhaken: Es zeigte den Rückstoß des Dampfes und blieb rund 1.600 Jahre folgenlos, bis zu Saverys Patent von 1698 und Newcomens Maschine von 1712. Nicht, weil niemand es verstand, sondern weil ohne Druckkessel und ohne die dafür nötige Metallbearbeitung kein Zweck daraus folgte.
Was daran neu war
Neu war nicht die Sache selbst. Vitruv beschreibt in "De architectura" I.6.2 bereits "aeolipilae aereae cavae": hohle Bronzekugeln mit enger Öffnung, die man mit Wasser füllt und ans Feuer stellt; kocht das Wasser, fährt ein heftiger Wind heraus. Sein Werk entstand nach 27 v. Chr., also vor Heron. Vitruvs Kugeln blasen nur. Heron setzte an die Kugel zwei gegenläufig gebogene Rohre, sodass der austretende Dampf sie drehte: Das Gerät zeigte Rückstoß als Antrieb. Herons Lebensdaten sind unsicher; die verbreitete Datierung um 10 bis 70 n. Chr. stützt sich auf eine Mondfinsternis, die üblicherweise auf den 13. März 62 n. Chr. gelegt wird, deren Beweiskraft in der Forschung aber bestritten ist.