Papin Digester

1679 · Steam Digester · Werk 117 von 1.871

Papin Digester, 1679, Steam Digester

Papin's steam digester on a laboratory brazier, heavy bolted lid and the first safety valve weighted on its lever arm, notes and a thermometer on the table.

Wofür es benutzt wurde
Papin arbeitete ab 1675 in London als Assistent von Robert Boyle. Sein Kessel sollte Knochen, Knorpel und Sehnen unter Druck aufschließen: aus Schlachtabfall wurden Brühe und Gallerte. Sein Buch von 1681 zielt auf Köche, Konditoren, Getränkehersteller, Chemiker, Färber und auf die Seefahrt; aus weggeworfenen Knochen ließen sich "better and cheaper Victuals" für die englische Flotte machen, gegen Skorbut. Am 12. April 1682 aß John Evelyn mit mehreren Mitgliedern der Royal Society ein vollständig im Digester gekochtes Abendessen: Rinderknochen "as soft as cheese", dazu eine Gallerte, die beste, die er je gekostet habe. Es war ein Abendessen mit mehreren Fellows, keine Sitzung der Society; die oft genannte Armenspeisung steht nicht in Papins Buch, sie kam erst im 18. Jahrhundert dazu.
Was daran neu war
Der Digester hielt Wasser weit über dem gewöhnlichen Siedepunkt flüssig. Papin arbeitete nach eigenen Protokollen bis zum zwölffachen Luftdruck und löste damit Knochen, Hirschhorn und Schildpatt auf; Elfenbein gab zwar eine klare Gallerte, blieb aber spröde; ein offener Topf konnte das nicht. Die Temperatur messen konnte er nicht, ein brauchbares Thermometer fehlte ihm, also zählte er Sekunden, bis ein Wassertropfen verdampfte. Das entscheidende Bauteil war das Ventil im Deckel: ein Hebel mit verschiebbarem Gewicht, "much after the manner as a weight is hung upon an ordinary Roman balance or Stilyard". Papin beschreibt es zuerst als Druckmesser; als Sicherheitsventil wurde es erst später gelesen. Das Ventil überlebte den Kochtopf.

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