The Console at the Masts

1977 · Unified System Mainframe Console · Werk 1193 von 1.871

The computer room beside the transmitter hall of a radio station on the flat plain of Hungary on a late summer afternoon, low sunlight through a wide window, outside two masts striped red and white above dry grassland, inside a tall narrow light grey console on castors, one metre eighty high, its upper half four horizontal fields with long rows of small lamps glowing amber and white, rotary knobs, toggle switches and a large round selector switch, a field of ventilation slots at the lower left, the lower half a smooth dark grey panel, every surface plain and unmarked, a hand in a rolled sleeve turning one knob, grey tape cabinets behind.

Wofür es benutzt wurde
Das Werk zeigt das Bedienpult einer Anlage der Einheitlichen Reihe, in Ungarn ESZR, im sowjetischen Sprachgebrauch ES EVM oder Rjad. Im Januar 1967 fiel in der Sowjetunion die Entscheidung für ein System auf Grundlage der IBM-360-Architektur; 1968 folgten die Verhandlungen mit den übrigen RGW-Staaten, im August 1968 wurde der Name angenommen. Solche Anlagen trugen die Rechenarbeit von Betrieben und Behörden. Der Rückblick des Chefkonstrukteurs im Russischen Virtuellen Computermuseum nennt für 1975 bis 1979 mehr als 700 automatisierte Systeme auf ES-Technik, für 1979 einen Anteil von rund 72 Prozent an allen sowjetischen Rechnern und für die Zeit der Reihe ES-3 in den 1980er Jahren jährlich 800 bis 1.200 ausgelieferte Maschinen, von denen etwa 20 Prozent an das Verteidigungsministerium gingen. Ungarn hatte das kleinste Mitglied der Reihe übernommen; allein Videoton verkaufte nach der Akademie-Rückschau rund 90.000 Bildschirmgeräte, 15.000 Zeilendrucker und über 15.000 Modems.
Was daran neu war
Neu war nicht die Bauart, sondern die Verabredung: ein Befehlssatz und ein Gerätesatz für mehrere Länder, damit Programme und Zusatzgeräte zwischen ihnen tauschbar wurden. Der Chefkonstrukteur begründet das Festhalten an dieser Wahl damit, dass Ende der 1970er Jahre etwa 85 Prozent aller Universalrechner im Westen die IBM-370-Architektur hatten. Der Widerhaken steht in der ungarischen Rückschau der Akademie: János Kázsmér hielt das Programm aus der Sicht des Anwenders Videoton für eine "halva született", also totgeborene Konzeption, weil die nachgebaute Rechnerfamilie am Ende ihres Lebenszyklus stand. Derselbe Chefkonstrukteur schreibt, der technische Stand der sowjetischen Bauelemente sei dauerhaft hinter den ausländischen zurückgeblieben, und nennt für die Baureihe 155 doppelt so schlechte Kennwerte wie für die amerikanische Reihe SN-74.

Was die Quellen offenlassen: Kein Modell belegt. Für 1977 nennt das Museum die ES-1035 und ES-1060, die ungarische ES-1025 kam 1978. Die Bezeichnungen der ungarischen Maschinen gehen auseinander: Der russische Rückblick führt Ungarn als Lieferant von ES-1010, ES-1012 und ES-1015; die NJSZT-Unterlage sagt, die bei SZKI entwickelte EC 1010 sei geprüft, aber nicht produziert worden, während die EC 1010 B über 120 mal verkauft wurde. Was ein Bedienpult im Einzelnen tat, beschreibt keine der Quellen.

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