Chappe Telegraph

1793 · Optical Telegraph · Werk 121 von 1.871

Chappe Telegraph, 1793, Optical Telegraph

A Chappe semaphore telegraph on a hilltop station near Paris: a plain stone tower with a tall wooden mast rising from its roof, at the mast top a long horizontal regulator beam pivoted at its centre, and at each END of that beam a shorter jointed indicator wing, all three pieces of black-painted wood locked in one code position against the sky, counterweights on the arms, in the chamber below an operator working two control handles, a telescope at the window pointing toward the next station.

Wofür es benutzt wurde
Staatsdienst, kein Nachrichtenmittel für jedermann. Der Konvent beschloss am 4. August 1793 die erste Linie Paris-Lille, um mit den Nordarmeen zu korrespondieren: fünfzehn Stationen im mittleren Abstand von 14,6 Kilometern, bedient von Wärtern, die die Zeichen der Nachbarstationen weitergaben, ohne sie zu verstehen. Das Codebuch, ab 1799 92 Seiten mal 92 Zeilen, zusammen 8464 Wörter und Sätze, lag nur bei den Liniendirektoren an den Endpunkten. 1838 lief eine Meldung von Paris nach Toulon in drei Stunden statt in einer Woche per Postrelais; im Mittel war die Linie aber nur sechs Stunden am Tag brauchbar. Zwischen 1834 und 1836 bestachen zwei Bankiers einen Wärter, um ein privates Zeichen in Staatsdepeschen einzuschmuggeln; vor Gericht wurden sie 1837 nur zu den Prozesskosten verurteilt, weil kein Gesetz den Fall traf. Die Antwort war das Gesetz vom 2. Mai 1837: ein Monat bis ein Jahr Haft und 1000 bis 10000 Franken für jeden, der ohne Erlaubnis Signale übermittelt.
Was daran neu war
Nicht der Gedanke war neu. Robert Hooke hatte 1684 vor der Royal Society Codevorrat und Übertragungsregeln vorgetragen, gedruckt erst 1726, und Chappe kannte den Text; Edelcrantz in Schweden 1794 und Murray in England 1796 arbeiteten fast gleichzeitig an eigenen Bauarten, die Erstheit ist also nicht sauber zu vergeben. Neu war der laufende Betrieb: eine beliebige, nicht vorher verabredete Meldung aus einem Vorrat von tausenden Einträgen ließ sich über Dutzende Zwischenposten weitergeben, weil zwei aufeinanderfolgende Zeichen Seite und Zeile im Codebuch bezeichneten. Die Wärter brauchten den Inhalt nicht zu kennen, und sie durften ihn nicht kennen.

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