1915 · Brown Coal Power Station · Werk 1219 von 1.871
A new brown coal power station on flat heathland in Saxony at December dusk under thin snow, a tall gabled machine hall of pale rendered walls with red vertical pilaster strips and a window of small glazing bars almost the full gable height, the window glowing warm yellow from arc lamps inside, through it the dark shapes of turbine sets, at its right a long two-storey wing with round windows, an arched gateway, behind the roofs a row of tall chimneys trailing white steam and grey smoke into the low sky, in the foreground tipping wagons heaped with brown coal on a narrow track, a plank site fence, footprints in the snow.
Wofür es benutzt wurde
Das Braunkohlenkraftwerk Golpa-Zschornewitz wurde mitten im Krieg gebaut, um Stickstoff zu erzeugen: Es sollte das Kalkstickstoffwerk Piesteritz versorgen, das für Sprengstoff und Düngemittel wichtig war, später auch das Elektrosalpeterwerk der Elektro-Nitrum AG. Bauherrin war die Elektrowerke AG, hervorgegangen aus der AG Braunkohlenwerk Golpa-Jeßnitz, Generalunternehmer die AEG, die Planung kam von Georg Klingenberg. Die Bauzeit betrug nach Angaben des VDE 9 Monate, im Dezember 1915 wurde das Werk betriebsfertig übergeben, vereinbart war eine installierte Leistung von 60.000 kW; nach der Erweiterung auf die doppelte Leistung standen 64 Kessel mit je 500 qm Heizfläche in 4 Kesselhäusern. Der Abnehmer war der wunde Punkt: Das Elektrosalpeterwerk explodierte 1917.
Was daran neu war
Kennzeichnend war die Richtung der Energie. Das Werk stand nicht beim Verbraucher, sondern auf der Kohle, und der Strom reiste: eine rund 130 km lange Hochspannungsleitung nach Berlin-Rummelsburg, 18 km nach Bitterfeld, dazu nach dem Krieg 100-kV-Fernleitungen nach Magdeburg und Leipzig. Der VDE schreibt, das Kraftwerk habe nach der Erweiterung insgesamt 180.000 kVA erreicht und sei damals "das größte Dampfkraftwerk der Welt" gewesen. Ab Oktober 1917 war das Unternehmen mittelbarer Reichsbetrieb - die Anlage, die privat begann, gehörte am Ende des Krieges praktisch dem Staat.
Was die Quellen offenlassen: VDE und Forum Rathenau datieren verschiedene Stufen, nicht denselben Vorgang: VDE die Übergabe im Dezember 1915 mit 60.000 kW, Forum Rathenau den Vollausbau, "1918 wurde es vollständig in Betrieb genommen", mit 8 Turbinen und 128 MW. Zahl der Bauarbeiter nennt keine der beiden Quellen.