1927 · City Coal Power Station · Werk 1221 von 1.871
A new city power station on a lake bay in eastern Berlin at dusk in winter, deep blue sky, warm electric light in tall window strips, a very long machine hall of dark red clinker brick with closely set piers and tall narrow windows, large gates behind a clinker boundary wall, at its end a dark clinker tower block with a set-back open top storey, high across the street a cable bridge of riveted greenish steel girders seen from below, on a short canal a low barge heaped with black coal, workmen in caps and dark coats seen from directly behind walking along the wall.
Wofür es benutzt wurde
Das Kraftwerk Klingenberg an der Spree in Berlin-Rummelsburg (Bezirk Lichtenberg) ging 1927 in Betrieb und war auf 270.000 kW ausgelegt; Landesdenkmalamt Berlin, VDE und Energie-Museum Berlin nennen dieselbe Zahl. Gebaut hat es die AEG als Generalunternehmer nach einem Entwurf Georg Klingenbergs, nach Angabe des VDE in etwa 15 Monaten. Die Kohle kam über einen Stichkanal und einen Gleisanschluss, wurde gemahlen und als Staub in die Feuerungen zweier Kesselhäuser geblasen; der VDE nennt 16 Hochdruckkessel und 3 Haupt-Turbinensätze, das Berliner Zentrum für Industriekultur einen Anteil von rund 65 % am Berliner Strombedarf der 1920er Jahre. Die Brücke verbindet das 190 m lange Schalthaus mit dem elfgeschossigen Verwaltungshochhaus und dient als Kabeltrasse und Personalgang.
Was daran neu war
Die Kohlenstaubfeuerung war nicht neu: nach dem Energie-Museum Berlin hatte die Bewag im Kraftwerk Moabit schon 1924 12 Kesseleinheiten darauf umgestellt. Neu war der Maßstab und die durchgeplante Anordnung. Die Entwurfsregeln trugen den Namen Klingenberg, bevor das Werk ihn trug: die Rheinische Industriekultur schreibt, schon das Kraftwerk Flingern II von 1912/13 in Düsseldorf folge im Grundriss der Klingenberg-Regel, und Georg Klingenberg starb 1925, 2 Jahre vor der Inbetriebnahme des nach ihm benannten Werks. Der Widerhaken: die modernste Anlage Europas von 1927 wurde Berlins letzte Braunkohlenstätte. Nach Angabe des Berliner Zentrums für Industriekultur endete die Braunkohleverbrennung erst im Mai 2017, 90 Jahre nach dem ersten Strom.
Was die Quellen offenlassen: Die 270.000 kW stehen in 3 Quellen gleichlautend. Den Anteil von 65 % nennt nur das Berliner Zentrum für Industriekultur, die Bauzeit von 15 Monaten nur der VDE; das Energie-Museum Berlin spricht von 2 Jahren. Welche Berliner Anlage das Bild zeigt, ist nicht benannt; beschrieben ist Klingenberg.