Gauss Weber Telegraph

1833 · Galvanometer Telegraph · Werk 125 von 1.871

Gauss Weber Telegraph, 1833, Galvanometer Telegraph

The Gauss and Weber telegraph in the Goettingen magnetic observatory: a heavy straight magnet bar suspended horizontally so that it can swing, a coil of many turns of insulated wire wound around it, a small mirror fixed to the magnet and turning with it, a reading telescope with a scale set some distance away on its own stand and aimed at the mirror, the double wire leaving through the wall, the whole instrument small and still on a table, the observer seated at the telescope.

Wofür es benutzt wurde
Nebenprodukt der Erdmagnetismus-Messungen. Weil im Physikalischen Kabinett und in der Sternwarte gleichzeitig gemessen werden sollte, zog Wilhelm Weber 1833 eine Doppelleitung über den Johannisturm und das Accouchierhaus zu Gauss' Sternwarte; Gauss gab die ganze Drahtlänge gegen Humboldt mit circa 5000 Fuß an, Museumsangaben nennen einen Weg von etwa 1,1 bis 1,2 Kilometern. Gebraucht wurde die Leitung von den beiden selbst: am 20. November 1833 schrieb Gauss an Olbers, die Versuche seien mit ganzen Wörtern und kleinen Phrasen sehr gut gelungen. Ein Dienst wurde daraus nicht; dass regelmässig Zeitsignale oder die Termintage des Magnetischen Vereins übertragen worden wären, ist in den eingesehenen Quellen nicht belegt. Weber wurde 1837 als einer der Göttinger Sieben seines Amtes enthoben. Am 16. Dezember 1845 zerstörte ein Blitzschlag die Drähte, und Gauss ließ sie nicht wieder herstellen.
Was daran neu war
Der erste elektrische Telegraf war es nicht - Sömmerring 1809 und Ronalds 1816 liegen davor, und Schilling zeigte seinen Nadelapparat in Petersburg im Oktober 1832, ein halbes Jahr vorher. Neu war, was die optische Telegrafie grundsätzlich nicht konnte: Gauss hielt fest, diese Art zu telegraphieren sei von Wetter und Tageszeit ganz unabhängig, beide Teilnehmer blieben im Zimmer, wenn sie wollten bei verschlossenen Fensterläden. Der Sender war in der ausgereiften Form eine Induktionsspule an einem Stabmagneten mit Umpolschalter und kam ohne Batterie aus, die ersten Versuche 1833 liefen noch mit galvanischer Kette; Empfänger war das Magnetometer, im Fernrohr abgelesen. Zunächst ergaben fünf Ausschläge nach rechts oder links 32 Zeichen - ein Binärcode auf einem Kanal, wo die Nadeltelegrafen Lesbarkeit mit parallelen Drähten bezahlten.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. ErmöglichtBaudot Multiplex1874Baudots Vielfachtelegraf von 1874 arbeitet mit dem fünfstelligen Code, den Gauß und Weber 1833 für ihren Göttinger Draht ersonnen hatten: fünf Stromschritte je Zeichen, 32 Möglichkeiten. Vanden Berghen nennt ihn ausdrücklich als einen der drei Bausteine des Systems.Beleg: Fons Vanden Berghen, Émile Baudot (1845-1903), his life and his telegraph, Part 1 (PDF)

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