Berlin Call Office

1881 · Public Call Office · Werk 144 von 1.871

Berlin Call Office, 1881, Public Call Office

A public telephone cabinet in a Berlin post office, a panelled wooden booth with a glazed door enclosing a wall set with crank magneto, the set a plain wooden wall box with a hand crank on its side, a coin dish and a printed list of subscribers, the post office counter with brass rails and a gas or oil lamp, the clerk in a uniform coat and the caller in a frock coat and top hat.

Wofür es benutzt wurde
Die Reichspost eröffnete das Berliner Stadtfernsprechnetz im April 1881; der Vermittlungsraum lag in der Französischen Straße 33c, bis Dezember 1881 kamen zwei weitere Ämter in der Mauerstraße und der Oranienburger Straße hinzu. Das Verzeichnis führte nach Unger Ministerien, Behörden, Eisenbahnverwaltungen, Bank- und Handelsfirmen, Fabriken, Zeitungsredaktionen, Rechtsanwälte und Ärzte auf; die Börse hatte die Nummer 1. Ein Anschluss kostete etwa 200 Mark im Jahr, nach Angabe des Museums für Kommunikation Berlin so viel wie fünf Nächte im Central-Hotel. Wer das nicht zahlte, war auf die öffentlichen Fernsprechstellen angewiesen, und die waren dünn gesät: C. L. Unger zählte Ende 1881 in ganz Berlin zwei, Unter den Linden 5 und am Potsdamer Tor, zu 50 Pfennig für je fünf Minuten Sprechzeit.
Was daran neu war
Telefone gab es in Deutschland seit 1877, aber als feste Punktverbindungen. Das Vermittlungsamt machte jeden Teilnehmer ohne neue Leitung erreichbar: zwischen dem 1. und 21. Dezember 1881 wurden in Berlin 34.539 Verbindungen hergestellt, bei 668 angemeldeten Stellen. Ein Weltnovum war das nicht, und auch für Deutschland ist die Reihenfolge strittig - Unger nennt in seinem Vortrag vom Dezember 1881 Mülhausen im Elsass vor Berlin, und bis Ende 1881 arbeiteten sieben Städte. Die Teilnehmerzahl bei Eröffnung ist unklar: Unger als zeitgenössische Quelle schreibt 87; Berliner Chroniken nennen 8 für den Probebetrieb ab 12. Januar und 48 zum 1. April 1881. Der Widerhaken steht in Ungers eigenem Satz: erst nach wiederholten Bekanntmachungen sei eine genügende Zahl von Teilnehmern zu gewinnen gewesen. Der Staat hatte ein Gerät gebaut, dessen Wert für den ersten Kunden null war; das erste Teilnehmerverzeichnis hieß in Berlin das Buch der Narren.

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