Branly's filings tube on a Paris laboratory bench, a small glass tube of loose metal filings clamped between two plugs and wired to a cell and galvanometer, a tapping hammer standing alongside.
Wofür es benutzt wurde
Édouard Branly machte die Beobachtung am 24. November 1890 in seinem Laboratorium des Institut Catholique de Paris, 21 rue d'Assas - so datiert es die IEEE-Tafel; am 24. November 1890 ging seine Mitteilung an die Académie des sciences; die Fundstellen sind Comptes Rendus Bd. 111, S. 785 (1890) und Bd. 112, S. 90 (1891). Er legte Metallfeilspäne zwischen zwei Elektroden in ein Röhrchen und maß, was ein entfernter Funke mit dem Widerstand machte: er fiel, nach Lodges Zahl für Branlys Kupferschicht, von einigen Millionen auf einige Hundert Ohm und kehrte beim Klopfen oder Schütteln zurück. Dasselbe fand er an aufgestrichenem Kupferpulver und an Pasten aus Feilspänen in Kanadabalsam und in Schwefel. Aus diesem Röhrchen wurde der Detektor in praktisch jedem frühen Funkempfänger.
Was daran neu war
Die Leistung ist nicht der Nachweis von Wellen, sondern dass ein ferner Funke eine messbare Gleichstromgröße ändert: damit lässt sich ein Relais schalten und ein Zeichen schreiben. Wer zuerst war, verteilt sich auf drei Namen. Calzecchi-Onesti veröffentlichte schon 1884 und 1885 im Nuovo Cimento über die Leitfähigkeit von Metallfeilspänen. Den Namen gab Lodge in seinem Vortrag vor der Royal Institution am 1. Juni 1894: weil das Ding durch Zusammenhaften zu wirken scheine, nenne er die Anordnung einen Coherer. Lodge berichtet, er habe 1889 unabhängig Ähnliches beobachtet und Branlys Aufsätze übersehen, und er merkt an, unklar sei, ob Branly erkannt habe, dass er es mit Hertzschen Wellen zu tun hatte. Der Widerhaken ist die Wahl in die Académie am 23. Januar 1911: Branly gewann den Sitz mit zwei Stimmen gegen Marie Curie, gestützt nach Darstellung des American Institute of Physics von französischen Katholiken und Patrioten, gekränkt durch den Nobelpreis 1909 an Marconi statt an Branly.