Sorting Hall

1895 · Sorting Plant · Werk 154 von 1.871

Sorting Hall, 1895, Sorting Plant

The sorting floor of a London district post office, ranks of pigeonhole frames along the tables where sorters throw letters, a dozen sorters in shirtsleeves, waistcoats and aprons standing at the frames with bundles of letters in hand, canvas bags held open on iron hoops and a hand stamping desk at the end, the hall lit by daylight through tall windows and by gas lamps hanging on brackets, the hall busy with people.

Wofür es benutzt wurde
Gemeint ist der große Sortiersaal des General Post Office in St Martin's-le-Grand, nach Archibald Granger Bowies Beschreibung von 1897 im Erdgeschoss und fast über die ganze Grundfläche des Hauses. Mount Pleasant war 1895 noch Paket- und Materialamt; der Brieftrakt kam erst 1900. Vor sechs Uhr abends drängten sich Leute mit Körben und Säcken voller Briefe vor der Klappe, die mit dem letzten Glockenschlag zufiel. Dann lief die Arbeit in festen Stufen: Ausrichten, Stempeln, dreistufiges Sortieren - erst nach Bahngruppen und großen Städten, dann nach Bahnlinien, dann nach Straßen -, Bündeln, Beuteln, Karren zu den Kopfbahnhöfen. An den Ersttischen war ein Fach mit Blind beschriftet, für Briefe, deren Anschrift der gewöhnliche Sortierer nicht entziffern konnte. Botenjungen trugen die Bündel von den Stemplern zu den Sortierern.
Was daran neu war
Erfunden wurde hier nichts, und das Feld sagt genau das: der Sortiersaal ist kein Gerät, sondern eine Arbeitsform. Neu war die Organisation - eine Sortierung, die nach dem Fahrplan der Bahnlinien geschnitten war, nicht nach Geographie, und eine Rückverfolgbarkeit, die im Gegenstand steckt: jeder Stempler musste nach Bowie in einem Buch unter dem Abdruck seines Stempels unterschreiben, so dass der Poststempel zugleich die Unterschrift des Mannes war, durch dessen Hände der Brief ging. Der Widerhaken ist, was fehlt. In Bowies Bericht über den Sortiersaal kommt keine Maschine vor; gezählt wurde, indem der Stempler nach jedem fünfzigsten Brief einen Zettel abstempelte, und daraus stammt die Angabe von etwa einer halben Million Briefen je Nacht - eine zeitgenössische Quelle, keine amtliche Statistik. Das Wachstum von 76 Millionen Briefen (1839) auf 1.834 Millionen im Jahr (Bowie 1897) fing man, soweit Bowie zeigt, mit mehr Menschen auf; maschinelles Lesen kam in Mount Pleasant erst 1979.

Zum Weiterlesen