Reuter Pigeon Line

1850 · Carrier Pigeon Post · Werk 156 von 1.871

Reuter Pigeon Line, 1850, Carrier Pigeon Post

The Aachen pigeon relay station of the Reuter news service, tiers of wooden nesting boxes along the wall, tiny rolled paper messages and brass leg rings laid out on the table, a wicker travelling basket standing ready on a handcart.

Wofür es benutzt wurde
Paul Julius Reuter betrieb in Aachen ein Institut zur Beförderung telegraphischer Depeschen. Zwischen Aachen und Brüssel klaffte eine Lücke im Telegrafennetz Paris–Berlin: Dort mussten die Telegramme mit der Eisenbahn weiter, sechs Stunden lang. Reuter kaufte die Abkürzung zu. Der Vertrag vom 24. April 1850 verpflichtete den Aachener Taubenzüchter Heinrich Geller, ihm "vierzig wohl dressirte Tauben" zu stellen; die Tauben brauchten für die Strecke zwei Stunden. Geller musste jede Depesche sofort von der Taube lösen und in eine verschlossene Büchse werfen, zu der nur Reuter den Schlüssel hatte. Jeden Tag fuhren die Tauben mit genau der Eisenbahn nach Brüssel zurück, die sie zuvor geschlagen hatten.
Was daran neu war
Neu war nicht die Brieftaube, sondern die Verkettung: Telegraf, Taube, Telegraf als eine Linie mit Vertrag, Frist und Schlüsselgewalt. Reuter verkaufte nicht Geschwindigkeit, sondern die Überbrückung einer Netzlücke zwischen zwei Staaten — ein Geschäft, das nur so lange bestand wie die Lücke. Sie schloss sich in Monaten: Am 2. Oktober 1850 ging die Telegrafenlinie Aachen–Verviers in Betrieb, im März 1851 war das belgische Netz ans preußische angeschlossen. Reuter zog fort und eröffnete im Oktober 1851 ein Büro dicht bei den Londoner Telegrafenämtern. Zur Zahl selbst: Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation, die den Vertrag verwahrt, liest "vierzig"; die oft kolportierten 45 Tauben stehen dort nicht.

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