Monotype Keyboard

1897 · Single Type Composing Machine · Werk 159 von 1.871

Monotype Keyboard, 1897, Single Type Composing Machine

A Monotype keyboard punching a wide paper ribbon with pairs of holes, the spool feeding the separate caster whose matrix case shifts above the mould in a London printing house composing room.

Wofür es benutzt wurde
Das Gerät ist die Tastaturhälfte eines zweiteiligen Systems: Es druckte nichts und goss nichts, sondern lochte ein Papierband, das an einer räumlich getrennten Gießmaschine den Guss steuerte. Einunddreißig Stempel standen quer zur Laufrichtung des Bandes; achtundzwanzig wählten die Matrize, zwei stellten die Ausschlusskeile, einer den Space-Transfer-Keil. Eingesetzt wurde das System im Buch- und Formelsatz. Das Band lief rückwärts in den Gießer: "Last perforations made by Keyboard are first perforations presented to Casting Machine", heißt es im Handbuch des Herstellers von 1912 — der Gießer braucht den Zeilenausschluss, bevor er den ersten Buchstaben gießt, der Setzer tippt ihn aber zuletzt.
Was daran neu war
Neu war die Trennung von Eingabe und Guss: Wo bei der Linotype ein Mann an der Maschine saß, die das Metall goss, konnten hier mehrere Tastaturen einen Gießer beliefern, und der Tastaturmann arbeitete ohne Metall — was das Herstellerhandbuch als Wohltat beschreibt und zugleich den Setzerberuf in zwei Hälften zerlegte. Weil das System Einzelbuchstaben goss statt Zeilenblöcke, ließ sich ein Fehler von Hand aus dem Satz ziehen, statt die Zeile neu zu gießen. Die Patentdaten gehen auseinander, weil sie Verschiedenes meinen: Britannica nennt 1885, das Science Museum 1887; die Patentschrift US 364.522 geht auf eine Anmeldung vom 30. September 1885 zurück, wurde als Teilanmeldung am 3. Juli 1886 eingereicht und am 7. Juni 1887 erteilt. Der Preis steht bei Britannica: langsamer und teurer als die Linotype, deshalb selten für glatten Text.

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