Great Melbourne Telescope

1868 · Reflecting Telescope · Werk 206 von 1.871

Great Melbourne Telescope, 1868, Reflecting Telescope

The forty eight inch Melbourne reflector in its open roofed shed at Melbourne Observatory, speculum metal mirror in a lattice tube, eucalyptus trees beyond the railings.

Wofür es benutzt wurde
Das Teleskop sollte die Nebel des Südhimmels untersuchen. Thomas Grubb baute es 1866 bis 1868 in Dublin, 1869 wurde es an der Sternwarte Melbourne aufgestellt; die Kolonie Victoria hatte dafür 5.000 Pfund bewilligt. Der Metallspiegel maß 48 Zoll (1,22 m). Beobachter wie Joseph Turner und Pietro Baracchi zeichneten dort Nebel, laut Museums Victoria bis 1892, danach nur noch gelegentlich. Die Spiegel liefen ständig an und bogen sich durch, für Fotografie und Spektroskopie taugte das Gerät kaum; Museums Victoria urteilt, es habe die Erwartungen nie erfüllt. Nach der Schließung der Sternwarte (1944 oder 1945, die Quellen weichen ab) ging es an Mount Stromlo bei Canberra, erhielt einen Glasspiegel und wurde Anfang der 1990er für das MACHO-Projekt umgebaut. Im Januar 2003 machte ein Buschfeuer es zum verbogenen Wrack. 2008 kamen die Reste zur Restaurierung nach Melbourne zurück.
Was daran neu war
Es war nicht das größte Teleskop: Lord Rosses „Leviathan“ in Irland hatte seit 1845 einen 72-Zoll-Spiegel. Aber der Leviathan hing zwischen zwei Mauern und konnte ein Objekt am Himmelsäquator nur etwa eine Stunde pro Nacht verfolgen. Das Melbourner Instrument war parallaktisch montiert und ließ sich frei über den Himmel schwenken; das UNESCO-Portal zum astronomischen Erbe nennt es das größte voll schwenkbare Teleskop der Welt. Zugleich war es laut demselben Portal eines der letzten großen Spiegelteleskope mit Metallspiegel aus Kupfer und Zinn, bevor sich versilberte Glasspiegel durchsetzten. Die neue Beweglichkeit kam also mit einer Spiegeltechnik, die gerade abgelöst wurde.

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