Kerguelen Venus Station

1874 · Observation Station · Werk 207 von 1.871

Kerguelen Venus Station, 1874, Observation Station

A British transit of Venus station on Kerguelen, portable wooden observing huts with sliding roofs, the photoheliograph a long straight telescope tube about eight feet long on an equatorial mounting on a solid pier inside its own hut, a plain lens at the sky end and a square wooden camera box holding the photographic plate at the lower end, the tube pointed at the sun, a tent camp on the treeless slope, grey sky and bare rock.

Wofür es benutzt wurde
Am 9. Dezember 1874 zog Venus etwa viereinhalb Stunden lang vor der Sonne vorbei. Aus Messungen an weit auseinanderliegenden Orten sollte die Entfernung Erde–Sonne folgen. Die Korvette SMS Gazelle setzte dafür eine deutsche Beobachtergruppe unter Carl Börgen in Betsy Cove auf Kerguelen ab; sie war vom 26. Oktober 1874 bis 5. Februar 1875 auf der Insel. Neben dem Durchgang maß sie Wetter, Erdmagnetismus und Gezeiten. Die Deutschen waren nicht allein: Auf derselben Insel beobachteten eine amerikanische Station bei Molloy Point und britische Stationen am Royal Sound.
Was daran neu war
Die deutsche Kommission verließ sich nicht nur auf das Stoppen der Kontaktmomente, das beim Merkurdurchgang 1868 stark streuende Werte geliefert hatte. Hauptinstrument war ein Heliometer, das den Abstand zwischen Venus und Sonnenmitte während des ganzen Durchgangs messen konnte, statt nur in den Augenblicken der Berührung; Fotografie und Kontaktbeobachtung liefen als Nebenmethoden mit. Neu war auch der Maßstab: 1874 gingen laut Ludendorff insgesamt 50 Expeditionen verschiedener Nationen hinaus. Doch die deutschen Messungen ergaben eine Sonnenparallaxe von 8,80 Bogensekunden, was nach Herrmann noch einem Fehler von etwa 200.000 km entsprach. Der Astronom Emmanuel Davoust nennt die Ergebnisse von 1874 und 1882 sehr enttäuschend, kaum besser als die des 18. Jahrhunderts.

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