Leeuwenhoek Delft Lens

1702 · Simple Microscope · Werk 208 von 1.871

Leeuwenhoek Delft Lens, 1702, Simple Microscope

Antonie van Leeuwenhoek's single lens microscope held up to his eye in his Delft study, a device no longer than his thumb: two small flat brass plates riveted together with one tiny glass lens set in a hole between them, on the far side a slender pin carrying the specimen, three small screws moving the pin toward the lens and across it, held close against the eye toward the window light.

Wofür es benutzt wurde
Antoni van Leeuwenhoek arbeitete in Delft als Landmesser, Weineichmeister und im Tuchhandel; seine Mikroskope baute und benutzte er selbst. Das Gerät ist eine kleine Messingplatte mit einer einzigen winzigen Linse, beim Utrechter Exemplar 2,5 × 4,6 cm. Das Objekt saß auf einer Nadel, die mit Schrauben vor die Linse gestellt und scharfgestellt wurde. So untersuchte er Blut, Grabenwasser, Pflanzen und Sperma und beschrieb rote Blutkörperchen, Spermien und Bakterien. Seine Beobachtungen schickte er als Briefe an die Royal Society in London, nach deren Angabe 190 Briefe in fünfzig Jahren. Zum Jahr 1702: Leeuwenhoek hat seine Mikroskope weder signiert noch nummeriert; das Universitätsmuseum Utrecht datiert sein Exemplar nur vorsichtig auf möglicherweise um 1700. Ein bestimmtes Objekt aus dem Jahr 1702 ist nicht belegt.
Was daran neu war
Neu war die Leistung einer einzigen, winzigen Linse. Das Utrechter Exemplar vergrößert 266-fach; eine vergleichbare Vergrößerung bei gleicher Bildqualität gelang laut Universitätsmuseum Utrecht erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Museum nennt es eines von elf erhaltenen Leeuwenhoek-Mikroskopen, bei über 500 gebauten. Wie er seine Linsen herstellte, hielt Leeuwenhoek geheim. Eine Neutronentomografie von Rijksmuseum Boerhaave und TU Delft (Cocquyt u. a., 2021) zeigte, dass gerade diese stärkste Linse ein Glaskügelchen mit kleinem Glasstiel ist, hergestellt nach einem Verfahren, das Robert Hooke 1678 öffentlich beschrieben hatte. Das zweite untersuchte Exemplar in Leiden hat dagegen eine geschliffene Linse.

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