John Cuff's compound microscope on its fitted mahogany chest of accessory drawers in a London workroom, tall pillar body with rack focusing and a mirror below the stage.
Wofür es benutzt wurde
Der Londoner Instrumentenbauer John Cuff entwickelte um 1744/45 mit dem Naturforscher Henry Baker ein neues zusammengesetztes Mikroskop. Baker hatte am älteren Culpeper-Typ bemängelt, dass dessen Beine beim Verschieben der Glasträger im Weg standen und der Tubus beim Scharfstellen ruckte. Benutzt wurde das Gerät von Naturforschern und Liebhabern für Präparate und lebende Objekte; Baker bildete Cuffs Mikroskope in seinen verbreiteten Büchern ab. Das Exemplar im Whipple Museum Cambridge (Inv. 0885, um 1745) steht auf einem Kastenfuß mit Schublade, mit sechs Objektiven, Elfenbein-Schiebern und Teil einer Lebendkammer. Die Bezeichnung „Chest Microscope“ verwenden die geprüften Museen nicht; sie meint vermutlich diesen Kastenfuß. Cuff baute auch Culpeper-Typen, und seine Druckschrift von 1744 beschreibt ein anderes Gerät, ein Taschenmikroskop.
Was daran neu war
Cuff trug Tubus und Tisch an einer einzigen seitlichen Säule statt auf Beinen wie beim Culpeper-Typ; so blieb der kreuzförmige Objekttisch von allen Seiten für die Hand erreichbar. Das Whipple-Exemplar hat dazu eine Feineinstellung über eine Stahlschraube an der Säule; ob Cuff eine solche Feinverstellung als Erster nutzte, belegen die geprüften Quellen nicht. Das Modell wurde laut Whipple Museum rasch das beliebteste seiner Zeit und laut Golub Collection (UC Berkeley) binnen weniger Jahre in England, Italien, Holland und Frankreich nachgebaut. Das Science Museum besitzt einen deutschen Nachbau, möglicherweise von Brander, und ein „Cuff-type“-Mikroskop der Dollonds von 1790–1810. Cuff selbst wurde schon 1750 für bankrott erklärt.