Zeiss Apochromat

1886 · Microscope Objective · Werk 210 von 1.871

Zeiss Apochromat, 1886, Microscope Objective

A nineteenth century brass microscope with a lacquered tube, horseshoe foot and mirror beneath the stage, standing on a workbench in an optical workshop among lens blanks and test slides.

Wofür es benutzt wurde
Das Apochromat war ein besonders gut farbkorrigiertes Mikroskopobjektiv, das Carl Zeiss in Jena 1886 herausbrachte; berechnet hatte es Ernst Abbe. Es beruhte auf Gläsern des Glastechnischen Laboratoriums Schott & Genossen, 1884 mit Unterstützung des preußischen Staates gegründet, und wurde mit eigens dafür gebauten Kompensationsokularen verkauft. Bei gewöhnlichen Achromaten zeigt ein farbloses Detail im besten Fokus noch einen grünlichen Saum; diesen Rest sollte das Apochromat beseitigen. Das 4-mm-Apochromat (Apertur 0,95) kostete laut Zeiss-Katalog von 1886 180 Mark. Laut einem Katalognachtrag von 1890, den der Sammler Fritz Schulze zitiert, wurden einige der ersten Exemplare trüb, weil sich einzelne neue Gläser im Gebrauch zersetzten; Zeiss tauschte sie aus und riet von feuchten Tropen ab.
Was daran neu war
Achromatische Objektive brachten zwei Farben, Rot und Blau, in einen gemeinsamen Brennpunkt. Abbes Apochromat war laut Zeiss für drei Wellenlängen farbkorrigiert; möglich machten das die Gläser, die Abbe und Schott gezielt dafür entwickelt hatten. Zeiss selbst nennt es das erste apochromatische Mikroskopobjektiv. Ein Patent darauf gab es nicht: Abbe war nach Darstellung von Zeiss ein Gegner der Patentnahme und nahm erst ab 1890 selbst Patente. Leitz baute 1892 ein 4-mm-Apochromat, das laut der Laupus Library der East Carolina University fast eine exakte Kopie eines Abbe-Objektivs von Zeiss ist; weil Abbe nicht patentierte, seien viele seiner Entwürfe schnell kopiert worden.

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