Laennec Cylinder

1816 · Stethoscope · Werk 211 von 1.871

Laennec Cylinder, 1816, Stethoscope

Laennec's turned wooden cylinder stethoscope pressed to a patient's chest on a ward of the Necker hospital in Paris, its detachable ear piece unscrewed on the bed.

Wofür es benutzt wurde
René Laennec, seit 1816 Arzt am Hôpital Necker in Paris, hörte mit dem Holzzylinder Herz und Lunge seiner Patienten ab. Die Geräusche verglich er mit den Befunden bei der Obduktion und ordnete so Krankheiten wie Lungenentzündung, Pleuritis und Schwindsucht zu. Anlass war 1816 laut Science Museum eine junge Patientin, der er nicht das Ohr auf die Brust legen wollte; er nahm zuerst ein gerolltes Papier. Der gedrechselte Stab aus Zedern- oder Nussbaumholz war nach Laennecs Buch etwa 32,5 cm lang und 4 cm dick; ein ihm zugeschriebenes Stück im Science Museum misst 24,3 cm. Wer die erste Auflage kaufte, konnte den Zylinder für 2 Francs dazukaufen. Laennec starb 1826 an Tuberkulose.
Was daran neu war
Vorher legten Ärzte das Ohr direkt auf den Brustkorb. Laennec schob einen Zylinder dazwischen und nannte das Verfahren mittelbare Auskultation. Neu war weniger das Rohr als die Methode: Geräusche systematisch mit Organbefunden zu verknüpfen und ihnen Namen wie Rasselgeräusch (râle) oder Ägophonie zu geben. Er trug die Methode am 23. Februar 1818 der Académie des sciences vor; das Buch „De l'auscultation médiate“ erschien 1819. Sein Holzstab selbst hielt sich nicht lange: Ärzte in Frankreich, Großbritannien und Amerika bauten rasch eigene Modelle, und 1841 schrieben Barth und Roger, der Zylinder sei fast aufgegeben. Das Stethoskop für beide Ohren kam erst 1852 von George Cammann.

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