Koch Plate Cultures

1881 · Bacterial Culture · Werk 213 von 1.871

Koch Plate Cultures, 1881, Bacterial Culture

Robert Koch's flat glass plates of nutrient gelatine stacked under bell jars in his Berlin laboratory, colonies dotting the surfaces beside a microscope with a photographic attachment.

Wofür es benutzt wurde
Robert Koch, seit 1880 am Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin, beschrieb das Verfahren 1881 in „Zur Untersuchung von pathogenen Organismen“ (Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte, Bd. 1). Zweck war die Reinkultur: einzelne Bakterienarten getrennt voneinander zu züchten, für die Untersuchungen des Amtes über Infektionskrankheiten und Desinfektion. Koch machte Nährlösung mit 2½ bis 3 Prozent Gelatine fest und strich sie etwa zwei Millimeter dick auf gläserne Objektträger, gestapelt unter Glasglocken in feuchten Kammern. Mit einer ausgeglühten Nadel legte er so in einem Arbeitsgang zwölf bis fünfzehn Einzelkulturen an. Auf denselben Gelatineflächen prüfte er auch Luft- und Bodenproben auf Keime.
Was daran neu war
Fester Nährboden an sich war nicht neu: Joseph Schroeter hatte um 1872 farbige Bakterienkolonien auf Kartoffelscheiben isoliert, Oskar Brefeld Pilze aus Einzelsporen auf Gelatine gezogen. Koch selbst ging von der gekochten Kartoffel aus. Neu war, jede bewährte Nährlösung mit Gelatine fest und durchsichtig zu machen: Jeder Keim wuchs an seiner Stelle zu einer getrennten, unter dem Mikroskop prüfbaren Kolonie, statt sich wie in Brühe mit allen anderen zu mischen. Gelatine hatte aber einen Nachteil: Sie wird bei den Wärmegraden, die viele Erreger brauchen, flüssig, und manche Bakterien zersetzen sie. Den Ersatz, Agar, schlug Fanny Hesse vor (Sommer 1881 nach dem Science History Institute, 1882 nach der ASM-Zeitleiste); sie publizierte nie darüber. Die Doppelschale beschrieb Julius Petri 1887 unter dem Titel „Eine kleine Modification des Koch'schen Plattenverfahrens“ – heute trägt sie seinen Namen.

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