1726 · Precision Pendulum Clock · Werk 216 von 1.871
George Graham's regulator clock standing open in his Fleet Street workshop, a jar of mercury forming the pendulum bob, deadbeat escapement above the seconds dial.
Wofür es benutzt wurde
Der Londoner Uhrmacher George Graham baute Präzisionspendeluhren, mit denen Astronomen Sterndurchgänge durch den Meridian zeitlich festhielten. Seine Uhr mit Quecksilberpendel prüfte er selbst: Sie lief von Juni 1722 bis Oktober 1725, drei Jahre und vier Monate, ohne dass Zeiger oder Pendel verstellt wurden. Eine Vergleichsuhr mit gewöhnlichem Pendel wich im selben ungeheizten Zimmer 1722 zwischen heißestem und kältestem Wetter um bis zu 30 Sekunden am Tag ab. 1750 kaufte das Royal Observatory Greenwich unter James Bradley die von Graham signierte, von seinem Mitarbeiter John Shelton gebaute Uhr Graham 3 für 39 Pfund – geliefert mit einem Rostpendel, dem Zwei-Metall-Prinzip, das Graham selbst verworfen hatte. Ihr heutiges Quecksilberpendel bekam sie erst später, nach einer späteren Notiz des Greenwicher Astronomen Airy um 1824.
Was daran neu war
Graham nutzte die starke Wärmeausdehnung von Quecksilber. Ein Gefäß mit Quecksilber bildet das Pendelgewicht. Wird die Stange bei Wärme länger, steigt die Quecksilbersäule, ihr Schwerpunkt wandert nach oben, und die wirksame Pendellänge bleibt fast gleich. Nach Grahams eigenem Bericht war der Gangfehler höchstens ein Sechstel, meist ein Achtel bis ein Neuntel so groß wie bei der Vergleichsuhr. Einen Ausgleich über zwei Metalle hatte er um 1715 aufgegeben, weil die Unterschiede zu klein schienen; John Harrison ging später genau diesen Weg. Auf das Quecksilber kam er im Dezember 1721 zufällig, beim Bau einer Wasserwaage. Der Bericht ist auf den 18. April 1726 datiert und wurde der Royal Society am 28. April 1726 vorgelesen.