1889 · Precision Pendulum Clock · Werk 217 von 1.871
A Riefler precision pendulum clock sealed inside its cylindrical glass vacuum tank in a Munich observatory cellar, steel pendulum rod hanging from the flexing suspension spring.
Wofür es benutzt wurde
Riefler-Uhren dienten als Hauptuhren in Sternwarten und Zeitdiensten; laut Deutschem Museum gaben sie auch Zeitsignale für Schifffahrt und Rundfunk. Die Münchner Firma Clemens Riefler verkaufte zwischen 1890 und 1965 insgesamt 635 Präzisionspendeluhren. Das US National Bureau of Standards (heute NIST) kaufte 1904 eine als ersten eigenen Zeitstandard. Laut NIST lag ihre Unsicherheit im Alltag bei etwa 10 Millisekunden am Tag; kalibriert wurde sie mit Zeitsignalen des U.S. Naval Observatory. 1929 ersetzte sie eine Shortt-Uhr mit etwa 1 ms am Tag. Für Greenwich widersprechen sich die Quellen: Royal Museums Greenwich schreibt, dort sei nie eine Riefler benutzt worden, vielleicht aus Patriotismus; royalobservatorygreenwich.org nennt den Kauf der gebrauchten Nr. 50 im Jahr 1920.
Was daran neu war
Rieflers Hemmung wurde 1889 patentiert (DRP Nr. 50739). Der Antrieb läuft nicht über eine Gabel: Das Pendel wird über seinen Aufhängeblock angestoßen und schwingt sonst fast ungestört. Dazu kamen eigene Pendel, 1891 ein Quecksilber-Kompensationspendel, 1897 eine Nickelstahlstange. Bei den genauesten Typen schwang das Pendel in einem teilweise luftleer gepumpten Kupferzylinder, sodass Luftdruckschwankungen den Gang nicht mehr verstellten; wann diese Zylinder eingeführt wurden, ließ sich nicht belegen. Nach Royal Museums Greenwich waren Riefler-Uhren bis zu Shortts Freipendeluhr die besten verfügbaren Zeitmesser. Das Jahr 1889 gehört zur Hemmung, nicht zum Vakuum.