Pantheon Pendulum

1851 · Pendulum Experiment · Werk 234 von 1.871

Pantheon Pendulum, 1851, Pendulum Experiment

Foucault's pendulum swinging in the Pantheon in Paris, a brass bob on a long wire from the dome, its pointer scoring a ring of sand spread on the floor.

Wofür es benutzt wurde
Léon Foucault führte mit dem Pendel die Drehung der Erde vor, die man sonst nur aus Sternbewegungen erschließen konnte. Erste Versuche machte er Anfang 1851 in seinem Keller mit 2 m Draht und 5 kg Kugel, dann in der Salle méridienne der Pariser Sternwarte mit 11 m; am 3. Februar 1851 wurde die Arbeit der Académie des sciences mitgeteilt. Ab März 1851 hing auf Wunsch von Louis-Napoléon Bonaparte im Panthéon eine 28 kg schwere Kugel aus Messing und Blei an einem 67 m langen Stahldraht, gebaut vom Instrumentenmacher Gustave Froment. Eine Spitze zog Spuren in Sand; laut Musée des Arts et Métiers drehte sich die Schwingungsebene um etwa ein Grad in fünf Minuten. Der Staatsstreich vom Dezember 1851 beendete die Vorführungen.
Was daran neu war
Das Pendel zeigte die Erdrotation im Gebäude selbst, ohne Blick zum Himmel. Die vorher versuchten Fallversuche, bei denen ein Körper nach Osten abweichen sollte, waren laut Musée des Arts et Métiers alle gescheitert. In Paris dreht sich die Ebene nicht in 24 Stunden einmal herum, sondern nur um rund 271 Grad pro Tag, weil der Effekt mit dem Sinus der Breite wächst; Foucault nannte dieses Gesetz schon in seiner Mitteilung von 1851. Der Widerhaken: Das Museum schreibt selbst, dass niemand daran zweifelte, dass die Erde sich dreht – bewiesen wurde also, was alle schon glaubten. Und im April 2010 riss im Musée des Arts et Métiers das Seil einer originalen Pendelkugel; die 28 kg schwere Kugel schlug auf den Marmorboden und wurde laut Kurator Thierry Lalande irreparabel verbeult.

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